Eye of the Beast (CDN 2007)

eye-of-the-beastEin TV-Star auf Abwegen: In „Eye of the Beast“ fahndet „Dawson’s Creek“-Beau James Van Der Beek nach einem Riesenkraken. Ob er sich und seiner Karriere mit der belanglosen Fernseh-Nachreichung zum Tier-Horror-Genre einen Gefallen getan hat? Wohl kaum, aber immerhin ist Gary Yates‘ („Maneater“) Monster-Hatz solide gemacht und lässt zumindest bei der Ausgestaltung der Hauptfiguren eine gewisse Sorgfalt walten. Ansonsten bleibt alles beim Alten, wenn im verschlafenen Fischernest die Angst umgeht.

Denn Klischees gibt es reichlich und bereits zum Auftakt wird ein Teenagerpärchen während des nächtlichen Bootsausflugs von einem Krakenarm attackiert. Erst zum Schluss bekommt der Zuschauer die vollen Ausmaße des marinen Jägers zu sehen, so dass dem Vorlauf zumindest ein Hauch unsichtbarer Bedrohung anhaftet. Die Computertricks gehen in Ordnung, schließlich fiel das Budget des Kanadischen Standard-Gruslers nicht eben üppig aus. Nur echte Schauwerte sollte man nicht erwarten.

Neben Van Der Beek, der als Meeresbiologe Dan Leland die stete Verkleinerung der Fischbestände in der Region untersuchen soll, trägt auch Alexandra Castillo („This is Wonderland“) als örtlicher Sheriff (und Love Interest) Katrina zum moderaten Unterhaltungswert bei. In ihrer Profession werden beide nicht zwingend ernst genommen, was der Theorie des mörderischen Krakens wahrlich keinen Zulauf offener Ohren beschert. Selbst mit lose aus dem Wasser gefischten Leichen und Gliedmaßen lässt sich die provinzielle Gemeinschaft nicht überzeugen. Von der Wissenschaft ganz zu Schweigen.

Woher das Untier kam und wieso es, nachdem ihm in grauer Vorzeit bereits Katrinas Vater zum Opfer fiel, lange Zeit ruhig blieb, lässt sich bestenfalls erahnen. Aber um Originalitätspreise buhlt hier sowieso niemand. Also wird halbwegs brauchbar zur Standardvorlage gegriffen und ein insgesamt wenig überzeugender, wenn auch nicht völlig verschenkter Nachklapp zum Themenkomplex aufbegehrender Viechereien serviert. Da gab es definitiv schon Schlimmeres zu ertragen.

Wertung: 4 out of 10 stars (4 / 10)

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