Extreme Justice (USA 1993)

extreme-justiceDie Karriere des Lou Diamond Phillips begann vielversprechend. Mit „Young Guns“ (1988) und „Renegades“ (1989) wurde der philippinischstämmige Schauspieler einem breiten Publikum bekannt. Anfang der Neunziger wurden Phillips Kinoauftritte rarer und er etablierte sich auf dem Sektor des B-Movies als feste Instanz. Einer der bekanntesten und besten Filme dieser Schaffensperiode ist der brutale Action-Reißer „Extreme Justice“, den Regisseur Mark L. Lester („Phantom Kommando“) in gewohnter Manier mit ausufernder Gewaltdarstellung schmückte.

Mit seiner kompromisslosen Art der Rechtsauslegung fällt der ambitionierte Cop Jeff Powers (Philips) bei seinen Vorgesetzten in Ungnade. Dafür weckt er das Interesse seines alten Freundes Dan Vaughn (Scott Glenn, „Backdraft“), der ihn in den erlesenen Kreis einer verdeckt operierenden Spezialeinheit der Polizei einführt. Doch muss Jeff schnell erkennen, dass seine neuen Partner weniger an der Verhinderung von Verbrechen interessiert sind, als vielmehr an der Hinrichtung etwaiger Wiederholungstäter. Als er in einen Gewissenskonflikt gerät, muss sich Jeff für die richtige Seite der Gerechtigkeit entscheiden.

Die S.I.S (Special Investigation Section) – so will uns der Vorspann glaubhaft machen – wurde im Los Angeles des Jahres 1965 gegründet. Allerdings gewinnt der Film aus diesem Hintergrund keine Realitätsnähe, geht potentielle Kritik am Staat im Staat doch in überhartem Blutvergießen verloren. Davon abgesehen ist „Extreme Justice“ ein kurzweiliger und nicht unspannender Selbstjustiz-Reißer in plakativer Verpackung. Mit wenig Lust an der differenzierten Beäugung polizeilicher Gewalt macht Mark L. Lester das, was er am besten kann – und führt seine namhafte Besetzung von einem blutigen Gefecht ins nächste.

Neben dem überzeugenden Duo Lou Diamond Philips und Scott Glenn zeigen Chelsea Field („Last Boy Scout“), Yaphet Kotto („Running Man“), Richard Grove („Armee der Finsternis“), Andrew Divoff („Wishmaster“) und Ed Lauter („Die Kampfmaschine“) darstellerische Leistungen über dem Niveau typischer B-Actioner. In kleineren Rollen agieren Paul Ben-Victor („True Romance“), Thomas Rosales Jr. („Replacement Killers“) und „Scanner Cop“ Daniel Quinn.

Zwar ist „Extreme Justice“ der fadenscheinige Versuch eines Portraits fehlgeleiteter staatlicher Exekutive, doch kommen zumindest Actionfans voll auf ihre Kosten. Zu verschmerzen scheint da die vorhersehbare Auflösung und das lahme Geplänkel zwischen Polizist Phillips und Journalistin Fields. Was bleibt ist ein stramm inszenierter Gewaltmarathon mit zahlreich platzenden Blutpäckchen. Die Darsteller verleihen den Figuren erforderliche Wesenszüge, den Rest erledigen die Maskenbildner und das Team der Spezialeffekte. Das muss genügen.

Wertung: (5 / 10)

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