Evilspeak – Der Teufels-Schrei (USA 1981)

evilspeakEin schöner Mann ist Clint Howard nicht. Vielleicht prädestinierte ihn gerade dieser Umstand für eine Karriere beim Film. Vornehmlich in Rollen als Loser oder Bad Guy. Kleine Parts sind ihm auch in den Werken seines Bruders sicher, dem ehemaligen Kinderstar und mittlerweile Oscar-prämierten Erfolgsregisseur Ron Howard („A Beautiful Mind“). Eine seltene Hauptrolle absolvierte der schräg anmutende Clint im Horrorstreifen „Evilspeak“, der ihn als geschundenen Außenseiter mit dem Teufel paktieren lässt.

Auf der Militärakademie ist der von ihm gespielte Stanley Coopersmith am untersten Ende der Hackordnung gesetzt. Ob beim Fußball oder in der Klasse, der bemitleidenswerte Einzelgänger wird drangsaliert und gedemütigt. Als er bei den Vorgesetzten mal wieder in Ungnade fällt, verdonnert man ihn zur Entrümpelung des Kirchenkellers. Hinter losen Backsteinen findet er dort eine verborgene Kammer und stößt auf das Buch des okkulten Hohepriesters Esteban (Richard Moll, „The Sword and the Sorcerer“), dessen sinistres Treiben im Mittelalter während der Anfangstitel offenbart wird.

Etwas behäbig breitet der von Eric Weston („The Iron Triangle“) gedrehte und auch co-verfasste Film sein Handlungskonstrukt aus. Von ein paar rüden blutigen Entgleisungen abgesehen ergeben sich für die Splatter-Gemeinde wenige Schauwerte. Die bis heute aufrecht erhaltene Indizierung bleibt darum wohl auch eher dem nicht eben respektvollen Umgang mit christlichen Symbolen geschuldet, denen gerade im infernalischen Finale mit höllischer Kraft und scharfer Klinge zuleibe gerückt wird. Auch mündet die langsame Verwandlung Coopersmiths in einen satanischen Racheengel nicht in ein Triumphirat des Guten, sondern lässt den Betrachter erfreulich ratlos zurück.

Mit Estebans blasphemischer Anleitung wagt der drangsalierte Eigenbrötler den Ausbruch. Das Experiment mit dem Verbotenen bedeutet für Coopersmith Abwechslung. Die letzte Konsequenz, menschliches Blut für die Vollendung des Rituals, ergibt sich jedoch erst durch die Einmischung seiner Widersacher. Ein Rudel Schweine darf schlussendlich auch noch mitmischen, während Estebans Geist via Computer nostalgische Einblicke in die Tricktechnik der frühen Achtziger vermittelt. Der überzeugende Howard und das schleichende Unbehagen trösten über vereinzelte Längen hinweg, dezenter Trash-Appeal und das derbe Finale werten die schlichte Inszenierung auf. Für Genre-Fans einen Blick wert.

Wertung: (5 / 10)

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