Evil Ed (S 1995)

evil-ed„There is a scene in this movie where a girl gets raped by a beaver and then is shot in the head with a bazooka.” – Edward mit den Scheren in den Händen

Edward ´Eddie´ Tor Swenson ist ein feiner Pinkel, dessen Ordnungssinn fast manische Züge annimmt. Sei es zu Hause in der Rolle des braven Familienvaters und Ehemanns, so aber auch im Dienste als Cutter von drögen Dramen. Als sich aber eines Tages Kollege Tom McClane von der Splatter- & Gore-Fraktion per Handgranate ins Jenseits beamt, muss Chef Sam Campbell (nicht zu verwechseln mit Bruce Raimi!) dringend die Stelle neu besetzen. Die Wahl fällt – natürlich – auf Gutmensch Eddie. Was Sam ihm allerdings verschwiegen hat ist, dass Tom sein Verstand abhanden kam, als er die gewaltreiche „Loose Limbs“-Reihe editieren musste.

Damit Eddie sich vollends mit seiner neuen Funktion anfreunden kann, darf er den neuesten Teil der Brutalo Serie in Sams schnieker Villa zurechtschneiden. Eddie, zuvor mit Horrorfilmen nur peripher durch die Plakate von „Evil Dead“ und „The Fly“ in Sams Büro in Berührung gekommen, ist mit all den abgetrennten Gliedmaßen und blanken Titten bald überfordert. So überfordert, dass er neben Gremlins-artigen Kreaturen im Kühlschrank, die ihn wüst beschimpfen („Close the door you Nazi, or you´re going to die!“) auch noch abgetrennte Körperpartien sieht, wo keine sind. Sich langsam von seiner Vernunft verabschiedend, erscheinen ihm die Menschen um ihn herum als blutlechzende Dämonen. Eddie ist hilflos, deshalb muss Eddie weg – und an seine Stelle übernimmt Ed die Kontrolle. Evil Ed.

Nein, Schweden ist nicht nur Midsommer, IKEA und Köttbullar. Und nein, schwedischer Horror ist nicht nur das Zusammenbauen von Aspelund, Aspvik und Kollegen des ebengenannten Möbelkonzerns. Es gibt ihn tatsächlich, den schwedischen Horrorfilm, und das nicht erst seit dem wunderbaren „So finster die Nacht“ (2008). Schon Anfang der 90er begann die Arbeit an „Evil Ed“, die zugleich eine Verbeugung an den Metzelfilm darstellt und darüber hinaus auch (augenzwinkernde) Kritik an den Zensurapparat als solchen beinhaltet. Erst 1995 beendet, hatte es der tollwütige Cutter von Anfang an nicht leicht. In der Heimat wollten ihn grade mal vier Lichtspielhäuser zeigen, immerhin konnte man die Amateurproduktion aber in 60 Länder veräußern.

In Deutschland, wer hätte es gedacht, nur in arg geschnittener Fassung. Dabei ist „Evil Ed“ mit Brutalitäten bei weitem nicht so offenherzig, wie es etwa noch das große (Namens-)Vorbild „Evil Dead“ war. Nur scheinen die Genossen von der FSK die eigene Persiflierung nicht gerade genossen zu haben. Der Amateurproduktion ist ihre Herkunft im Independent-Bereich jederzeit anzusehen, was aber den wahren Kenner des Genres den Spaß nicht verderben kann, schließlich ist der Film eine von Liebhabern der Materie für Liebhaber der Materie gedachte Sache. Zitate und sonstige Referenzen halten bei der Stange, auch wenn sich hier und da doch Längen einschleichen. Im Showdown erfreut man sich dann auch noch des Hauches eines Duells in Italo-Western-Manier. Am Schluss heißt es dann ´Rest in Pieces, Motherfucker!´, was sich cool liest, in der deutschen Transkription ´Ruhe in Fetzen!´ aber sogar, na ja, noch fetziger daher kommt!

Wertung: (5 / 10)

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