Evergreen Terrace – Writers Block (2004, Eulogy Records/Alveran Records)

evergreen-terrace-writers-blockEVERGREEN TERRACE bezeichnet nicht nur die beschauliche Wohnstraße der amerikanischen Bilderbuchfamilie aus „Die Simpsons”, sondern (neben einer deutschstämmigen Punk-Rock-Combo) auch eine in Florida domestizierte Hardcore-Band. Diese legt mit dem auf selbstironischem Lager gebetteten Titel ihres neuesten Erzeugnisses „Writer´s Block” ein 10 Songs umfassendes Kompendium zusammengewürfelter Coverversionen und einem brandneuen Studiotrack vor und erweist Vorbildern und geschätzten Wegbereitern in diesem Sinne die mehr oder weniger verdiente Anerkennung.

Zwar vermag der Funke nicht bei jeder der in den Orkus geschmetterten Eigeninterpretationen überzuspringen, doch besticht „Writer´s Block” in erster Linie durch allgegenwärtige Spielfreude und manch wahnwitziger Adaption. Neben freudespendenden auditiven Umstrukturierungen der Bandbreite „Maniac” (MICHAEL SEMBELLO), „Zero” (SMASHING PUMPKINS), „Stars” (HUM), „Knowledge” (OPERATION IVY), „Plowed” (SPONGE) und allen voran „Sunday Bloody Sunday” (U2), gibt es allerdings auch dezent strapazierende Beiträge wie das kürzlich durch Gary Jules kongenial umgesetzte „Mad World” (TEARS FOR FEARS), NOFX´s „Dying Degree” oder „The Kids Aren´t All Right” (OFFSPRING) zu vermelden. EVERGREEN TERRACE streuen ihre launigen Referenzen an die Musikwelt mit viel Tempo und kleiden selbige in ein furioses Soundgewand aus druckvollem Schlagzeug und hervorragend penetrierten Saiteninstrumenten.

Im altbekannten Zusammenspiel von geschrienen und in gängiger Lautstärke intonierten Gesangsparts erzeugt die Band aus Jacksonville eine stimmige Atmosphäre, untermalt von ausgefeilter Produktion und dem eingespielten Agitationsumfeld der Beteiligten. So prallt melodiöser, wohltuend verspielter Hardcore in der Tradition von POISON THE WELL auf einen bunt gemischten Strauß hinlänglich bekannter Klassiker breit gefächerter Genreherkunft. Mit „Brave Reality” und einer im finstren Nachhall verborgenen Akustiksession, in der unter anderem der „SpongeBob”-Titelsong angestimmt wird, vollziehen EVERGREEN TERRACE schließlich die Rückkehr zur eigenen Kreativabteilung und peitschen ihren neuesten Streich zu einem (erst) intensiven (dann herrlich albernen) Finale. Verlangt hat nach „Writers Block” sicherlich niemand, doch macht die qualitativ hochwertige Verwurstung beliebter wie bekannter Hits durch untergründige Meister ihres Fachs schlicht einigen Spaß.

Wertung: (7 / 10)

 

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