Evan Allmächtig (USA 2007)

evan-allmaechtigAbseits des schlüpfrigen Klamauks konnte sich zuletzt Steve Carell behaupten, dessen sympathische Anfänge in „Anchorman“ und „Bruce Allmächtig“ ihm letztlich die Hauptrolle im überraschend gelungenen „Jungfrau (40), männlich, sucht…“ einbrachte. Dass Carell durchaus auch zu Höherem fähig ist, zeigte er eindrucksvoll in „Little Miss Sunshine“. Nun gibt es die nächste Hauptrolle und damit verbunden auch den ersten ernstzunehmenden Gegenwind, der ihm ins Gesicht bläst.

TV-Moderator Evan Baxter (Steve Carell) kommt groß heraus, zieht er doch fortan in den Kongress als Abgeordneter ein. Die TV-Karriere ist passé, stattdessen soll das Wohl der Menschen seinen Alltag bestimmen. Gemeinsam mit seiner Frau Joan (Lauren Graham) und seinen drei Sprösslingen zieht er raus in ländlichere Gefilde, wo er gleich dem Abgeordneten Long (John Goodman) bei der Durchringung eines neuen Gesetzes beiseite stehen soll. Nach seinem Gebet, die Welt verändern zu wollen, steht Evan plötzlich dem Schöpfer (Morgan Freeman) selbst gegenüber. Dieser verlangt von Evan den Bau einer Arche, was dieser zunächst ablehnt, ihm allerdings keine andere Wahl bleibt.

Das Gesetz möchte es so, spielt ein Film Geld ein, dann gibt es eine Fortsetzung. Auch „Bruce Allmächtig“ mit Jim Carrey spülte seinem Studio viele Dollars in die Kassen, so dass eine Fortsetzung unumgänglich war. Carrey allerdings trotzte dem Lockruf des Geldes, so dass Steve Carell – der einen kleinen Part im Erstling innehatte – die Hauptrolle angeboten wurde. War der Erstling bereits schon durchschnittliche Unterhaltung mit einem zumindest gut aufgelegten Jim Carrey, geht der göttlichen zweiten Komödie nach lockerem Beginn schnell die Puste aus. Es ist schwer zu verstehen, warum Carell die Rolle annahm, denn seine Vita dürfte ihm mittlerweile eigentlich bessere Angebote bescheren. Normalerweise mag man glauben, er könnte selbst hier noch etwas retten, aber leider hält man ihn unnötigerweise an der kurzen Leine.

Carell darf nicht, wie er will, vielleicht sogar kann er es hier einfach nicht. Seine Mimiken verschwinden schnell hinter einem schlecht sitzenden Bart und überhaupt mangelt es dem Film an komischen Szenen. Im Disney-Nachmittagsprogramm mag das noch ankommen, für die große Leinwand ist es schlichtweg zu wenig. Die Erzählung der Geschichte verläuft bieder, ähnlich wie der wohl nicht zu umgehende moralinsaure Zwischenruf nach einer besseren Welt. Inmitten des Anti-Witzfeuerwerks, welches nur die Kleinsten von uns wegen seiner zahlreichen Tiere unterhalten mag, sind gestandene Profis wie John Goodman („The Big Lebowski“), Morgan Freeman („Sieben“), Lauren Graham („Bad Santa“) oder Jonah Hill („Superbad”) verschenkt. Als Kinderfilm mag „Evan Allmächtig“ vielleicht durchgehen, ein erwachsenes Publikum wird er wohl nicht ansprechen.

Wertung: (4 / 10)

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