Es (USA 1990)

es„Es“ ist zurück. Das Grauen im Clownskostüm schien besiegt. Von einer Gruppe Kinder. Die sind längst erwachsen, als das Monster erneut zuschlägt. Doch sie schworen sich, gemeinsam in ihre ursprünglich so idyllische Heimatstadt zurückzukehren und den Kampf von neuem aufzunehmen, sollte die Ausgeburt der Hölle tatsächlich wieder auftauchen. In den sechziger Jahren bildete sich eine Außenseitergruppe, die neben dem Traktat der Schulrowdys auch schreckliche Visionen teilte. In denen drohte der unheimliche Clown Pennywise sie in das Abwassersystem zu entführen und zu töten.

Für Bill (Jonathan Brandis, „Sea Quest DSV“) ist nichts wie zuvor, als der teuflische Spaßmacher seinem kleinen Bruder einen Arm ausreißt. Er ist der erste, der feststellen muss, dass die Erwachsenen weder Pennywise noch das von ihm ausgehende Treiben sehen können. Dem Tode scheinbar hilflos ausgeliefert, beschließen sie die Bestie zu vernichten. Offenbar mit Erfolg. Bis die in alle Winde zerstreute Clique zurückgerufen wird. Einer hält dem Druck nicht Stand und öffnet sich in der Badewanne die Pulsadern. Die anderen aber reisen wahrhaftig an und stellen dem Dämon neuerlich nach.

Stephen Kings umfangreicher Roman „Es“ ist ein alptraumhafter Wälzer, der den Autor auf der Spitze seines Schaffens zeigt. „Halloween III“-Regisseur Tommy Lee Wallace machte daraus einen dreistündigen Fernsehfilm, der sich der Vorlage mit Freiheiten nähert und in Tim Curry („The Rocky Horror Picture Show“) die Idealbesetzung des leibhaftigen Bösen findet. Mit diabolischer Freude stellt er den Schrecken mit der roten Nase dar und läuft mit faulig spitzen Zähnen und purem Zynismus zu absoluter Höchstform auf. Überzeugend präsentiert sich auch Wallaces Regie, die im Gegensatz zu späteren TV-Adaptionen Kings durchaus Kinoqualität aufweist.

Überragend ist Hälfte eins, in der die Erwachsenen in grausigen Erinnerungen schwelgen und die für den Autor oft typischen Rückblicke in beschwerte Kindheitstage vollführen. Der Nachwuchs, unter anderem Seth Green („Die Killerhand“) und Emily Perkins („Ginger Snaps“), agiert überzeugend, so dass neben dem atmosphärischen Horror auch das menschliche Element funktioniert. Etwas nach lässt der Film in der Gegenwart, wenn sich die nun adulten Freunde, mit John Ritter („Stay Tuned“), ´John Boy Walton´ Richard Thomas und Annette O´Toole („Smallville“) nicht minder sehenswert besetzt, zum entscheidenden Gefecht gegen Pennywise wappnen.

Der macht es ihnen schwer, mit abermals schrecklichen Visionen. Dabei hatten sie alle erfolgreich die dunklen Schatten der Vergangenheit verdrängt. Doch ans Aufgeben denkt keiner von ihnen. Während der finalen Konfrontation entblößen sie letztlich das Monster hinter der Fassade des kostümierten Schelms. Die war von King zweifelsohne clever gewählt, sind Clowns doch schon in der Realität von einer Aura des Morbiden umgeben. Ihre psychologische Wirkung auf Kinder kann Angst erzeugen, was sich der Autor in atmosphärischer Gewinnbringung zunutze machte. Davon profitiert auch der Film, der für wohlige Schauer wie auch überzeugende Figuren bürgt. Keine ganz werkgetreue, aber doch eine würdige Adaption.

Wertung: (7 / 10)

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