Eric Bibb – Jericho Road (2013, Dixiefrog)

ericbibbjerichoroadEric Bibb ist eine Klasse für sich. Mit jedem Album dreht der New Yorker kleine Stellschrauben, die dem Zuhörer seiner von positiver Energie durchfluteten Musik immer neue Entdeckungspotenziale eröffnet. So auch bei seinem neuesten Werk „Jericho Road“. An der Basis steht noch immer die tiefe Verwurzelung im Blues. Doch ist der 62-jährige über solch simple Einordnungsregister längst hinausgewachsen. Denn erlaubt ist, was gefällt. Trotz einer grundlegenden stilistischen Überschaubarkeit verleiht er den lebensbejahenden Texten stets einen möglichst breiten instrumentalen Unterbau.

Mal ist es die Akustikgitarre („Drinkin’ Gourd“), die reduziert und fast intim eine nachdenkliche Atmosphäre schafft. An anderer Stelle („Let the Mothers Step Up“) werden Bläser eingebunden, der Funk hält Einzug und zaubert schier unweigerlich ein Lächeln aufs Gesicht. „Jericho Road“ ist das Zeugnis eines weit gereisten Optimisten, der in allen Kulturen und auf allen Erdteilen das Gute im Menschen gefunden hat. Diesen unerschütterlichen Glauben an das kollektive Wir, das imstande ist die Missstände dieser Welt zu überwinden, erhält ihre nachhaltige Manifestation im gemächlich auf die Schiene gebrachten „Freedom Train“.

Einmal mehr steht Eric Bibb für die Schönheit des Schlichten. Nur vermag er wie kein Zweiter diese simple Anmut durch musikalische Farbtupfer zum echten Erlebnis zu machen. Hier ein wenig Pop-Appeal, dort Anleihen beim Soul. Auch Folk-Elemente werden eingeflochten. Es gibt von vielem etwas, nur eben nie überfrachtet oder vom eigentlichen Kern ablenkend. Doch so zurückhaltend sich die Musik auch geben mag, die Produktionsgüte ist erstklassig und nuanciert, so dass die Tiefe der Songs in all ihren Facetten stets zum Tragen kommt. Ein Album nicht allein für Feingeister, sondern für jeden, der Musik neben dem hören auch fühlen will.

Wertung: 8.5 out of 10 stars (8,5 / 10)

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