Er steht einfach nicht auf dich (USA/NL/D 2009)

er-steht-einfach-nicht-auf-dichSchon im Sandkasten, von einem Jungen getriezt, bekommen manche Mädchen eingeimpft, dass solche Gesten der Ablehnung eigentlich einer tiefen Zuneigung entsprechen. Bei Endzwanzigerin Gigi (Ginnifer Goodwin, „Walk the Line) sind derlei Realitätsverzerrungen so tief eingebrannt, dass sie die abweisenden Zeichen ihrer männlichen Verabredungen unmöglich zu deuten versteht. Und so harrt sie immer wieder in verbissen sehnsüchtiger Erwartung eines Anrufes aus, der partout nicht kommen will. Die Suche nach Mr. Right gestaltet das nicht eben unkomplizierter.

Ken Kwapis’ (als TV-Regisseur u.a. an der US-Ausgabe von „The Office“ beteiligt) romantische Ensemble-Komödie „Er steht einfach nicht auf dich“ dreht sich jedoch nicht ausschließlich um die Suche nach dem richtigen Partner und der großen Liebe. Schließlich haben manche sie bereits gefunden. Oder glauben es vielmehr. Wie Gigis Kollegin Janine (Jennifer Connelly, „Little Children“), deren Ehemann Ben (Bradley Cooper, „Hangover“) sich Hals über Kopf in die lebensfrohe Musikerin Anna (Scarlett Johansson, „Vicky Cristina Barcelona“) verliebt.

Mit Starpower dreht sich das Beziehungskarussell, auf dem auch das langjährige Paar Neil (Ben Affleck, „State of Play“) und Beth (Jennifer Aniston, „Friends with Money“) Platz findet, das, aufgrund seiner Weigerung den Bund fürs Leben schließen zu wollen, in uramerikanischer Konservativität auseinandergeht. Oder Makler Conor (Kevin Connolly, „Entourage“), der verzweifelt versucht, Anna für sich zu gewinnen, während sich Gigi nach seinem Anruf sehnt. Mit Rat zur Seite steht ihr Conors Freund Alex (Justin Long, „Funny People“), ein Barbesitzer mit dem richtigen Gespür für misslungene Dates.

Der Protagonisten – auch Produzentin Drew Barrymore („50 erste Dates“) ist mit von der Partie – sind es in diesem amüsanten Beziehungswirrwarr deutlich zu viele. Oberflächlich und vorhersehbar werden die Episoden abgehandelt, was Dank der engagierten Besetzung (vom teilnahmslosen Affleck abgesehen) und tragikomischer Zwischentöne aber souverän funktioniert. Die konstante Klischeehaftigkeit kann der Film dennoch schwer verleugnen, wenn Paare schließlich zueinander finden oder Beziehungen recht undramatisch auseinanderbrechen. Unterm Strich also nicht neu, nicht originell und auch nicht tiefsinnig – dafür mit einigem Charme und prominentem Cast. Eben Kino für Erwartungslose.

Wertung: 6 out of 10 stars (6 / 10)

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