End of Days (USA 1999)

end-of-days-schwarzenegger„Between your faith and my Glock nine millimeter, I’ll take the Glock.” – Jericho

Als Ende des letzten Jahrtausends angekündigt wurde, Arnold Schwarzenegger werde in „End of Days“ den Leibhaftigen bekriegen, war die Neugierde groß. Sein letzter großer Hit „True Lies“ (1994) lag fünf Jahre zurück, komödiantische Versuche („Versprochen ist versprochen“) gerieten zum moralischen Vergnügungstöter. Der deutsche Regisseur Marcus Nispel sollte das Projekt inszenieren, wurde jedoch noch vor Beginn der Dreharbeiten durch Routinier Peter Hyams („Das Relikt“) ersetzt. Dem geriet der Film respektabel, wenn „End of Days“ dem Vergleich mit Arnies großen Tagen auch nur bedingt standhalten kann.

Am 28. Dezember 1999 betritt der Teufel (Gabriel Byrne, „Ghost Ship“) das Antlitz der Erde, um in New York seine auserwählte Braut Christine (Robin Tunney, „Der Hexenclub“) zu holen. Mit der Vermählung würde er die Welt ins Chaos stürzen und deren Untergang herbeiführen. Der abgehalfterte Cop Jericho Cane (Schwarzenegger), der seinen Gottesglauben nach dem gewaltsamen Tod von Frau und Tochter verloren hat, versucht dies zu verhindern.

Allein Hauptdarsteller Arnold Schwarzenegger bürgt für rasante Action mit hohem Schauwert. Doch ist gerade das die Problematik des Films, schließt die Mitwirkung des Krawallakteurs doch einen atmosphärischem Thriller in weiterem Sinne aus. Zwar kreiert Peter Hyams, der wie gewohnt auch die Kameraführung übernahm, durchaus mythischen Horror, echte Spannung will dabei jedoch nicht aufkommen. Zu sehr ist „End of Days“ auf Schwarzenegger zugeschnitten, als das der okkulte Kracher aus dem vorgefertigten Schema seines Rollenspektrums ausbrechen könnte.

Da hilft wenig, dass Arnie mit verlottertem Vollbart und Trinkerfahne pauschalem Heroismus vorzubeugen versucht. Denn charakterliche Tiefe entsteht nicht durch Äußerlichkeiten. Auch bleibt sein Gegenüber Gabriel Byrne als Fürst der Finsternis ungewohnt blass und gebremst durch das konventionelle Skript weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Mit von der Partie sind neben dem ewigen Nebendarsteller Kevin Pollack („Die üblichen Verdächtigen“) auch Udo Kier („Blade“), CCH Pounder („Demon Knight“) und Altstar Rod Steiger („Mars Attacks!“) in einer seiner letzten Rollen.

Auf der Basis eines anspruchslosen Actionfilms überzeugt „End of Days“. Doch wird Peter Hyams mehr gewollt haben als düstere Dekors und blutige Horrorschnipsel. Arnie, Tod und Teufel ist trotz ungewöhnlichem Ausgang kein Meilenstein in Schwarzeneggers Hollywood-Karriere. Denn bei einem Kampf zwischen dem muskelbepackten Österreich-Import und der Höllenbrut Satans, steht der Sieger von Beginn an fest. Und diese Befangenheit in gängigen Strickmustern ist es, was den Film nur zu einem unter vielen macht.

Wertung: (6 / 10)

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