Embraced By Hatred – Time Waits (2015, GSR)

embraced-by-hatred-time-waitsZeit ist geduldig. Das Publikum auch. Denn das musste satte sechs Jahre ausharren, um ein neues greifbares Output von EMBRACED BY HATRED in den Händen halten zu können. Daran geknüpft fällt meist unverzüglich die Frage, ob sich das Warten gelohnt hat. Im vorliegenden Falle definitiv!

Das fast programmatisch betitelte „Time Waits“ bedeutet den endgültigen Abschied vom ehedem beackterten Beatdown und präsentiert ein atmosphärisch überraschend ausgefeiltes Neben- und/oder Übereinander von Hardcore und Metal. Dem melodisch verspielten Instrumental-Opener „Time Waits for No One“ folgt mit „W.O.T.W.“ ein standesgemäßer Nackenbrecher, bei dem das besungene Gewicht der Welt auf den Schultern von Shouter Sascha tatsächlich spürbar wird. Crewshouts und variable Gitarren runden die ruppige Basis angenehm ab. So kannte man die Siegener in der Vergangenheit nicht. Umso willkommener ist diese von Geschick und Wandlungsfähigkeit kündende Weiterentwicklung.

Die eingangs eingeschlagene Marschrichtung verlassen EMBRACED BY HATRED in der Folge nicht. Verändert wird höchstens die Gewichtung von Metal und Hardcore, Melodie und Gemoshe (den wuchtigen „Trife Life“ oder „Peacemaker“ stehen mit ausgeprägten melodischen Zwischenspielen versehene Nummern wie „Limits“ oder „Beyond Time“ gegenüber). Der Wille, den eigenen Sound neu zu definieren, bleibt spürbar. Dazu zählen sogar klar gesungene Passagen. „Time Waits“ wirkt bisweilen wie ein Rückblick in die Zeit um die Jahrtausendwende, als Bands wie ALL OUT WAR, CRO-MAGS oder STIGMATA den Hardcore im metallischen Segment neu verordneten, ohne wirklich von ihm abzurücken. Auf so eine Platte wartet man doch gern.

Wertung: (7 / 10)

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