Eisberg – Few Will Remain (2018, Beatown Hardwear)

Bei Eisbergen liegt meist nur ein kleiner Teil sichtbar über der Wasseroberfläche. Wer ein Sinnbild daraus stricken möchte, kann es mit Attributen wie „Subtilität“ und „Facettenreichtum“ andicken. Oder auch nicht. Denn im Falle der Hardcore-Combo EISBERG zeigt sich, dass nicht das Unterschwellige, das Verborgene zählt, sondern ganz klar das, was auf den ersten Blick erkennbar ist. Bezogen auf die in Österreich, Luxemburg und Großbritannien ansässigen Musiker bedeutet das In-die-Fresse-Krawall mit gesteigertem Gefälligkeitsfaktor. Dass der sich standesgemäß aus kernigem Vorschub, heftigen Breakdowns und Gangshouts speist, sollte jeder metaphorischen Interpretation des Bandnamens erfolgreich vorbeugen.

Fünf Jahre sind seit dem letzten Output vergangen. „Few Will Remain“, die zweite EP des Quintetts, steigt mit „Enough is Enough“ furios ein und hält das Niveau auch mit „Out of Touch“, bei dem Schommer von AYS stimmliche Unterstützung leistet. Das folgende Track-Duo „Forced to Despise“ und „Moving On“ (Gast-Shouter: Nick von den DEAD SWANS) ist schlicht als Kracher zu bezeichnen. Mit Groove und Knallgas tanken sich EISBERG in die Jahreslisten für zünftige Pit-Partys. Mit „No Change“ und „Never Cared“ geht es stimmungsvoll weiter, ehe „Sealed Your Fate“ (Mikro-Support: Larissa von VENOM PRISON) das finale Ausrufezeichen setzt. Wer Vergleiche bemühen will, ist mit NO TURNING BACK gut bedient. Auch die gehen es punktiert punkig oder wahlweise metallisch an und wissen einfach, wie Hardcore ohne Zierrat zelebriert werden muss. Starkes Ding!

Wertung: (8 / 10)

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