Ein Dollar zwischen den Zähnen (I 1966)

eindollarzwischendenzaehnenEinmal mehr reitet der namenlose Gunslinger in die Stadt ein. Doch es ist eher ein Kaff, fast menschenleer, wären da nicht die unter großen Hüten regungslos auf der Straße kauernden Mexikaner. Als der Ankömmling vom Pferd steigt, löst er wie selbstverständlich den Verschluss des Pistolenhalfters. So als wüsste er, dass auf die bewährte Bleispritze bald Arbeit zukommt. Natürlich wird es das, schließlich treibt sich allerlei gesetzloses Pack in der Quasi-Geisterstadt herum. Wie der aufmüpfige Pistolero, dem die am Schädel zerschlagene Flasche Manieren einbläut.

Der Fremde (Tony Anthony, „Blindman, der Vollstrecker“), der auch später keinen Namen mehr erhält, wird daraufhin Zeuge, wie die Banditenhorde um Aguila (Frank Wolff, „Gott vergibt – wir beide nie“) eine Reiterschar Soldaten aufmischt – und hinterrücks niedermäht. Brutal fängt es an, brutal geht es weiter. Regisseur Luigi Vanzi („Western Jack“), unter dem Pseudonym Vance Lewis gelistet, begeht „Ein Dollar zwischen den Zähnen“ klassisch. Mit wortkargem Auftakt auf staubigen Straßen und dem anhaltenden Heulen des Windes. Erst darauf folgt der eigentliche Einstieg.

Als Offizier der US-Armee soll der Fremde eine Ladung Gold an die Mexikaner übergeben. Von denen jedoch ist Dank Aguilas Kaltblütigkeit keiner mehr übrig. Mit Hilfe des Gringos bringen die Banditen den Schatz ohne weiteres Blutvergießen in ihre Gewalt. Aber wir ahnen es bereits, deren Anführer ist nicht nach Teilen zumute. Die Waffen sprechen und im Trubel des Gefechts macht sich der Amerikaner mit der Beute aus dem Staub. Es beginnt ein bleihaltiger Kleinkrieg, der am Eingangsort seiner finalen Konfrontation entgegen strebt.

Vanzis auf bewährten Erzählelementen fußender Italo-Western ist simpel gestrickt, hingegen straff und mit der nötigen Konsequenz durchgezogen. Der Cast gibt sich keine Blöße, wenn der als Schurke stets hochkarätige Frank Wolff dem etwas blassen Kollegen Anthony auch leichter Miene den Rang abläuft. Dazu dudelt der ansprechende Score Benedetto Ghiglias („Nur der letzte kam durch“). Nicht eben meisterlich, dafür mit ordentlichem Spannungsbogen, sattem Bleigehalt und starkem Shotgun-Showdown. Ein so kurzweiliger wie gleichwohl sehenswerter Outlaw-Actioner.

Wertung: (6 / 10)

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