Easy Money – Rules of the Game / Midas Touch (2017, Beatdown Hardwear)

Das Rauschen im digitalen Blätterwald erfasst nur noch selten Hardcore-Combos. Doch es gibt Ausnahmen. TURNSTILE zum Beispiel. Oder EASY MONEY (alternativ: EZ $). Deren Debüt-EP „Midas Touch“ sorgte im vergangenen Jahr für Furore im Herkunftsland USA – und dringt mitsamt dem Nachfolger „Rules of the Game“ nun auch zu uns vor. Möglich macht das die bewährte Krawallschmiede Beatdown Hardwear, wo die Band aus Arizona unlängst unter Vertrag genommen wurde.

Das 7“-Doppel bietet acht Tracks, die den Vorschusslorbeeren vollauf gerecht werden. Nach instrumentaler Rock-Eröffnung zeigt der Vierer bereits mit dem an der Fünf-Minuten-Marke kratzenden „The Score“, wo der Hammer hängt. Die Besonderheit wird dabei schnell offenbar: ein erfreulicher Mangel an Vorhersehbarkeit. Bei EASY MONEY lohnt der Blick ins Detail. Denn der lässt die an der Oberfläche bewährt donnernde Vermengung von Hardcore und Metal rasch größer erscheinen, als es der erste flüchtige Eindruck suggeriert. Neben wandlungsreichen Shouts, die am Rande auch mal in Todesblei-artiges Growlen umschlagen, gilt das vor allem für die instrumentale Dynamik.

Deren Variabilität sorgt dafür, dass der von sattem Groove begleitete Vorschub streckenweise beinahe gänzlich zum Erliegen kommt und zentnerschwer auf der Stelle walzt. Damit nicht genug, scheint hier und da mal der 80’s-Thrash durch, dessen Anmutung durch rockige Vocals sympathisch unterstrichen wird. Vereinzelt dissonante Farbtupfer sorgen darüber hinaus für zusätzliches Entdeckungspotenzial. Durch die Gegenüberstellung von „Rules of the Game“ und „Midas Touch“ wird auch die (zarte) Entwicklung von EASY MONEY klar erkennbar. Langweilig wird es mit dieser Band jedenfalls nicht. Auf kommende Großtaten darf man wirklich gespannt sein.

Wertung: (8 / 10)

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