Düstere Legenden 2 – Final Cut (USA/CDN 2000)

duestere-legenden-2Fortsetzungen mäßiger Horrorstreifen sind meist kreative Bankrotterklärungen. „Düstere Legenden 2 – Final Cut“, der mit dem Vorgänger nur den Titel und Campus-Cop Loretta Devine („L.A. Crash“) verbindet, ist ein solch uninspiriert überflüssiger Aufguss. Die urbanen Gruselmythen genügen gerade noch als Aufhänger für einen gähnend aufregenden Film-im-Film-Plot, der das Geschehen an eine Hochschule für angehende Meisterregisseure verlagert. Ein jeder Student brennt dort auf den Gewinn des Hitchcock Awards – die Choryphäe kinematografischer Spannungserzeugung möge gnädig sein – , eine Tür und Tor gen Hollywood aufstoßende studentische Auszeichnung.

Wem der inhaltliche Grundstock noch nicht dämlich genug erscheint, der labe sich an der Wertschätzung des Slasherfilms in den Reihen der Wettbewerbsteilnehmer. Und weil dies Genre bekanntermaßen als Königsübung anspruchsvoller Kinounterhaltung gilt, sind die Dozenten selbstredend Feuer und Flamme für derlei Entwürfe. Jennifer Morrison („Dr. House“) will sich in ihrem Beitrag den düsteren Legenden, mehr noch deren Ansporn für die Morde des ersten Teils, widmen. Mit im Team sind auch Eva Mendes („Hitch – Der Date Doktor“) und Anthony Anderson („Hustle & Flow“), die eine Begründung für späteren Starruhm konstant schuldig bleiben.

Natürlich treibt bald ein Killer in Kreisen der Protagonisten sein Unwesen. Mit dem Filmtitel hat das Morden aber nur am äußersten Rande zu tun. Dafür übertrifft Identität und Motivlage des Täters die witzlose Dummheit des Originals noch um ein beträchtliches. Der Überraschungseffekt der finalen Enthüllung verwandelt sich denn auch schnell in akute Ärgernis, steht die krude Konstruktion der Klimax doch auf wackligeren Beinen als das erste Opfer nach Entnahme der Niere. Die Inszenierung bleibt blass, nicht minder die Schauspieler. Regisseur John Ottman ist eigentlich Komponist („X-Men 2“, „Superman Returns“). Er hätte seiner kreativen Berufung besser die Treue gehalten anstatt unser aller Zeit mit einem solch tristen Rohrkrepierer zu verschwenden.

Wertung: 3 out of 10 stars (3 / 10)

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