Duell der Giganten – One-Armed Boxer vs. the Flying Guillotine (HK 1975)

duell-der-gigantenIn der Gunst von Freunden des Trash- und Kung Fu-Films taucht neben „Das Blut der roten Python“ vor allem ein Name auf: „Das Duell der Giganten“. Fast bekannter unter den internationalen Titeln „One-Armed Boxer vs. the Flying Guillotine“ oder „Master of the Flying Guillotine“, verbindet der von Eastern-Ikone Wang Yu („Eine Faust wie ein Hammer“) furios inszenierte und in der Hauptrolle perfekt verkörperte Klassiker übersteigerte Charaktere und großartige Kampfszenen in traditionell historischem Rahmen. Der Charme der Figuren, das simple Handlungskonstrukt und die deutlichen Vorlagen für etwaige Konsolenprügelspiele machen den Streifen unvergesslich.

Das titelgebende Duell, ein Zweikampf der Behinderten, tragen der blinde Mönch Fung Cheng Wu Chi (Kam Kang, „Das Todeslied der Shaolin“), Meister der fliegenden Guillotine, und der einarmige Martial Arts-Experte Liu Ti Lung (Wang Yu) aus. Weil der letztgenannte zwei durchtriebene Schüler des ersteren tötete, schwört dieser unerbittliche Rache. Bei einem groß angelegten Turnier, für das Kämpfer aus allen Teilen der (asiatischen) Welt zusammenkommen, soll die Konfrontation erfolgen. Doch statt Liu Ti Lung köpft der Geistliche kaltblütig einen Unschuldigen, was wiederum den eigentlich Angepeilten auf den Bambus bringt. Einer finalen Konfrontation stehen damit nur noch ein paar der Turnierteilnehmer im Wege, die sich unbedingt mit dem einarmigen Boxer messen wollen.

Angeklebte Bärte und Augenbrauen sowie eine sagenhafte Geräuschkulisse, bei dem selbst durch die Luft schneidende Extremitäten Toneffekte von der Güte einer zugeschlagenen Schublade hofieren, sorgen für hübsch altmodisches Eastern-Flair. Dazu die fliegende Guillotine, eine Art mit rasiermesserscharfen Klingen versehener Lampenschirm, der, an einer Kette befestigt, von seinem Träger über die Köpfe der Gegner geworfen wird. Es folgt ein beherzter Ruck und die rüde Enthauptung ist vollbracht. Das Herzstück des Films aber ist die Turniersituation, bei der Wang Yu nicht mit skurrilen Einfällen und Teilnehmern geizt. So kann der indische Vertreter beispielsweise seine Arme auf wundersame Weise verlängern.

Mit gewohnt unnatürlich schimmerndem Kunstblut spart der Regisseur dabei ebenso wenig wie mit akrobatischen Kunststückchen. So kann der einarmige Boxer gemütlichen Schrittes Wände hoch spazieren und leichtfüßig über den Rand eines leeren Weidenkorbes schreiten. Gegner Fung Cheng, der überdies ein Hakenkreuz – weniger aus politischen, als vielmehr religiös-spirituellen Gründen – auf seinem Leibchen trägt, ist ein Gegner von Format. Um ihn und seine Spießgesellen zu besiegen, muss Liu Ti Lung zu ganz schön listigen Tricks greifen. Der klasse Showodwn spielt – angelehnt an den Italo-Western „Sartana – Bete um deinen Tod“ – in einer Sargmacherei. Ein kurzweiliger Spaß und ein unverwüstlicher Höhepunkt des gesamten Genres.

Wertung: (8 / 10)

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