Dryconditions – A Sentimental Ornament (2004, Plastic Gun Records)

„Shot down from on top of the sky / Hit the ground / Today’s joys are tomorrows sorrows…“ – ‘The Final Dance’

Beim Gedanken an die Schweiz rasseln einem neben schneebedeckten Berghängen und Wintersportparadiesen für gewöhnlich eher unfreiwillig und ganz dem Klischee entsprechend Neutralität und zahllose Banken durch das Oberstübchen, nicht aber ein aus der heimischen Musikmaschinerie dröhnendes Dauerfeuer aus heiser geschrienen Vocals und ausgefeilten Melodien. Denn auf eben dieser Marschroute brechen DRYCONDITIONS aus Zürich auf sehr überzeugende Art und Weise mit antiquierten innereuropäischen Vorstellungen und beanspruchen gleich mit ihrem Debütalbum „A Sentimental Ornament“ ihre eigenenständige Nische.

Ob man DRYCONDITIONS nun Screamo, Emo-Hardcore oder Postcore schimpfen möchte, “die Platte bietet ein überzeugendes Potpourri aus durchdachten, passagenweise fast schon verspielt anmutenden Klangskulpturen, aufbegehrendem Metal-Flair und gefühlvollem Indie-Rock, der sich neben weiblichem Gastorgan und Geige auch am minutenlangen Einsatz eines Pianos delektiert. Entsprechend freimütig suhlen sich DRYCONDITIONS in schwelgerischem Pathos, bevor unter beachtlichem Getöse erneut der musikalische Knüppel zum ausgiebigen Einsatz kommt.

Abwechslungsreich und vielschichtig präsentiert sich das Quartett, bettet die 10 Songs auf gemächliche, obgleich zu keiner Sekunde zähe 50 Minuten Spielzeit und gönnt sich für jedes wortreiche Stück die erforderliche Entfaltungsphase jenseits jedwedem Anflug von Hast. Ausstaffiert mit einem schick aufgemachten Digi-Pack, versprühen DRYCONDITIONS definitiv im positiven Bereiche der Auslegung angesiedelten Emo-Hardcore, der Kopf und Bauch gleichermaßen anregt und bei guter Produktion bereit ist, seinen Weg auch in die umliegenden Ländereien anzutreten. Eine Band, die es schlicht lohnt, entdeckt zu werden!

Wertung: 7 out of 10 stars (7 / 10)

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