Driven (USA 2001)

driven-stalloneUnd wieder Tage des Donners…

Nach etlichen Flops in Folge (u.a. „Daylight” und „Get Carter”) wollte es der in die Jahre gekommene Action-Hengst Silvester Stallone noch einmal wissen und schusterte sich selbst im Motzki-Rausch über die ihm dargebotenen grottigen Drehbücher mal wieder ein eigenes zusammen. Somit wollte die wandelnde Gesichtslähmung auf Nummer sicher gehen, immerhin war das Konzept 1976 mit dem Klassiker „Rocky” aufgegangen und bescherte dem “Italian Stallion” Weltruhm als Schauspieler und Drehbuchautor. So weit, so gut…

In seiner neuesten Posse, „Driven”, widmet sich der Mann mit der Mimik eines halben Mettbrötchens dem Rennsport und nervte im Zuge seiner Recherchen europäische Formel-1-Bonzen wie Norbert Haug oder Bernie Ecclestone. Der geldgeile Brite wollte für die Rechte der amerikanischen Verwurstung seines Millionenrummels so viel Kohle haben, dass sich Stallone schließlich dazu entschloss, seine Geschichte im Cart-Millieu anzusiedeln. Die erbärmlich schlechte Story dreht sich um den reanimierten Ex-Champion Joe Tonto (Sly himself). Der wird von Rennstallchef Carl Henry (Burt Reynolds, „Boogie Nights”) als Schützenhilfe für „Rookie” Jimmy Bly (Kip Pardue) angeheuert und soll diesen im Kampf um den Weltmeistertitel gegen den amtierenden Champ Beau Brandenburg (Til Schweiger, „Knockin’ on Heaven’s Door”) unterstützen.

Sehr zum Leidwesen seiner Ex-Frau Cathy (Gina Gershon, „Bound”), wird Joe doch der Ersatz ihres neuen Mackers. Beaus geschasste Freundin Sophia Simone (Estella Warren, „Planet der Affen”) bandelt derweil mit dessen schärfstem Kontrahenten an, dessen Bruder und Manager derweil gegen Gott und die Welt zu intrigieren versucht. Einen Hit hätte Regisseur Renny Harlin („Stirb langsam 2″), der mit „Cliffhanger” einen der kommerziell erfolgreichsten Stallone-Filme gedreht hatte, bitter nötig gehabt.  Doch auch der aufgestylte Renn-Trash landete trotz guter Startergebnisse schließlich im Kiesbett. Verantwortlich dafür ist vor allem die lieblose Inszenierung, die (ähnlich Oliver Stones Football-Gurke „Any Given Sunday”) an der stupiden Oberflächlichkeit überstilisierter Bilder krankt.

Doch auch die schablonenhaften Charaktere, die dümmlichen Dialoge und die billige Holzhammerdramaturgie steuern ihren Teil dazu bei, dass „Driven” zur schnelllebigen und überaus flachen Kirmes verkommt, die obendrein jedes noch so plattgelatschte Klischee aufgreifen muss. Das darstellerische Unvermögen der Akteure, darunter auch Robert Sean Leonard („Der Club der toten Dichter”), amüsiert beizeiten jedoch ungemein. Nicht zu vergessen die auf Wunsch der deutschen Geldgeber eingebauten sinnfreien Kurzauftritte von „Blümchen” Jasmin Wagner als Boxenluder und Verona Feldbusch als Reporterin. Alles in allem betrachtet hatte es in den letzten Jahren kaum ein Film mehr verdient, kollektiv so ignoriert zu werden wie „Driven”. Da ist jede Fahrt im 50 Cent-Rappel-Rennflitzer vor Otto Mess noch aufregender als dieser Stuss im Soap-Opera-Stil.

Wertung: (3 / 10)

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