Driven to Kill (USA/CDN 2009)

driven-to-kill„Und die dir das angetan haben, werden blutige Tränen weinen“

Langsam wird es schwierig, bei all der Fließbandarbeit noch einen kühlen Kopf zu bewahren. Der nimmermüde Schlagetot Steven Seagal dreht nämlich weiterhin fleißig einen Film nach dem anderen. Früher noch der Vorzeige-Italiener, geht der grimmige Steven mittlerweile schon als Russe durch. Aber geografisch macht das ja durchaus Sinn, denn schließlich dreht er in Osteuropa seit Jahren für wenig Geld seinen Ramsch. Weniger Ramsch als erwartet ist aber „Driven to Kill“ geworden, der vollmundig als sein bester seit „Exit Wounds“ angepriesen wird. Schwer ist das nach mehr als 20 Filmen aber nicht. Denn wie gesagt, die guten Zeiten sind lang passe.

Der alte Wolf spielt hier den ehemaligen Gangster Ruslan, der sich aber schon vor Jahren aus dem Geschäft zurückgezogen hat. Kurze Zeit später macht er sich in seine Heimatstadt auf, um bei der Hochzeit seiner Tochter anwesend zu sein. Der Vater ihres künftigen Gatten ist jedoch der Kopf eines hiesigen russischen Gangstersyndikats, der von der Liaison seines Sohnes nicht begeistert ist und die Ex von Ruslan tötet sowie dessen Tochter schwer verletzt. Der obligatorische Rachefeldzug lässt nicht lange auf sich warten.

Unstrittig ist der tiefe Niedergang des ehemaligen Vorzeigekloppers Steven Seagal. Früher hegte der Mann ohne Mimik noch Ambitionen zur A-Liga, heute ist er mitunter selbst von der B-Riege meilenweit entfernt. Aber die Fließbandproduktion zeigt Früchte, oder ist es mehr der blinde Vogel, der auch mal ein Korn findet? Denn „Driven to Kill“ ist entgegen der Erwartungshaltung ein durchaus unterhaltsamer Film geworden. Seagal beweist zwar bereits in den ersten Minuten einmal mehr sein schauspielerisches Unvermögen, wenn er seiner blutjungen und schmachtenden Freundin ein paar Taschenspielertricks zeigt. Doch der Film nimmt schnell Fahrt auf und hetzt den stramm auf die 60 zugehenden Seagal munter von Actionszene zu Actionszene.

Gestorben wird dabei reichlich und das auf durchaus abwechslungsreiche Art und Weise. Einem Messerkampf geht Seagal wie gewohnt nicht aus dem Weg und Erinnerungen an seinen Zwist mit Tommy Lee Jones in „Alarmstufe: Rot“ werden wach. Ohne Witz, verstecken braucht sich der wieselflinke Stecher hier vor seinem Alter Ego von 1992 nicht. Als ehemaliger Russen-Gangster ist der Steven sowieso an keine Gesetze und Regeln gebunden. Da wird pausenlos jemand vermöbelt, Knochen brechen und Visagen bluten. Und blutig geht es in der ungekürzten Version durchaus zur Sache. Alleine macht Steven seine Sache aber weiterhin nicht, die Szenen, in denen er gedoubelt wird, sind offensichtlich. Aber auch das ist man mittlerweile gewohnt und hier geht das auch noch okay, da eben permanent was passiert und der Steven geht durchaus mit mehr Elan an die Sache heran als man es teilweise zuletzt gesehen hat.

Dass der Film prinzipiell Grütze ist, steht natürlich auf einem anderen Blatt. Spaß soll die Action-Sause machen und das gelingt den Machern und einem launigen Steven Seagal durchaus. Von mir aus gern weniger Filme im Jahr, dann aber bitte so wie hier. Denn ganz verlernt hat er sein Handwerk ja doch nicht.

Wertung: (6 / 10)

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