Dragon Wasps (USA 2012)

dragonwaspsDer Billigfilm ist auch nicht mehr das, was er mal war. Natürlich klingt es abgedroschen, aber früher war tatsächlich manches besser. Effekte waren noch handgemacht und, wenn auch oft nicht wirklich überzeugend gestaltet, so doch mit Charme versehen. Wenn in „Dragon Wasps“ feuerspeiende Riesenwespen Jagd auf knackige Forscherinnen und desillusionierte Army-Knallchargen machen, so ist dieser Griff zum qualitativen Bodensatz der Computertrickkiste sinnbildlich für die Entwicklung des Segmentes amerikanischer Videoproduktionen seit der Jahrtausendwende. Denn CGI sind günstig und wer stört sich am Ende schon daran, wenn künstliches Pixelgetier unmotiviert über die Mattscheibe flimmert?

Gerade im üppig ausgehöhlten Sujet des Tier-Horrors haben preiswerte Produktionsbedingungen eine unüberschaubare Masse ewig gleich gestrickter Filmwerke begünstigt. Joe Knees („Ghost Game“) erwähnter „Dragon Wasps“ ist dabei nicht nur einer von vielen, sondern auch einer, der es noch schlechter macht als viele vor ihm. Das mag nicht zwingend überraschen, scheint aufgrund der Beteiligung von Corin Nemec jedoch ein wenig bedauerlich. Der einstige Teenie-Star („Parker Lewis“) hat im Laufe der Jahre einigen garstigen Biestern die Stirn geboten und in den meisten Fällen (als respektabelstes Beispiel sei „Mosquito Man“ erwähnt) mehr Einsatz gezeigt, als es Plot und Produktion verdient hatten.

Hier stelzt er als Armee-Offizier John Hammond durch den belizischen Dschungel und ergeht sich in Selbstmitleid und Opferbereitschaft. Eigentlich warten er und die ihm unterstellten Grenzschützer nur auf den Marschbefehl gen Heimat. Doch dann tauchen Entomologin Gina (Dominika Juillet, „Der Supersturm – Die Wetter-Apokalypse“) und Begleiterin Rhonda (Nikolette Noel, „Expendables 2“) auf, die Ginas in der Region verschollenen Vater, den Biologen Humphries (David Staszko) suchen. Der ist drei Monate zuvor spurlos verschwunden und wirklich eilig schien die Rettungsmission nicht zu sein. Mit ein wenig Augenklimpern und Überzeugungsarbeit ziehen sie Hammond auf ihre Seite und machen sich auf, das Schicksal des verschwundenen Professor zu ergründen.

Dabei bekommen sie es mit Freischärlern und dem in Voodoo-Belangen bewanderten Warlord Jaguar (Gildon Roland, „Poseidon Rex“) zu tun – und mit titelgebenden Riesenwespen. Die dezimieren artig Hammonds Truppe, was die Gemütslage nicht eben aufhellt. Aber mit aufgeblasenem Cast hat noch kein Film ein gutes Ende genommen. So steht schließlich die Aufspürung der heimatlichen Insektenhöhle zwecks Sprengung auf dem Plan. Dass sich dort der gesuchte Professor findet, der an der Schöpfung der genetisch veränderten Brut natürlich rege Beteiligung zeigte, versteht sich von selbst. Allerdings regieren weitgehend Langeweile und doofe Dialoge („Als Wissenschaftlerin vertraue ich mehr auf die empirische Realität.“) das Geschehen. Da kann auch der solide Nemec, hier obendrein als Co-Produzent aktiv, nichts ausrichten. Denn dieser schale Mix aus B-Action und Tier-Terror ist zeitgemäßer Fernsehschirmramsch zum Abgewöhnen.

Wertung: (2 / 10)

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