Dragon Squad (HK/USA 2005)

dragon-squadDie neue Generation chinesischer Actionfilme ist wild geschnitten, rasant in Szene gesetzt und für ein junges Publikum konzipiert. Bei „Dragon Squad“ verdeutlicht das vor allem die Besetzung, die in der Hauptsache Jungstars vom Kaliber Shawn Yue („Bloodbrothers“) und Maggie Q („Naked Weapon“) auffährt. Die allein aber genügen nicht zur Vermarktung. Also müssen weitere Namen her, solch klangvolle wie Sammo Hung („Kill Zone – SPL“), und Simon Yam („Fulltime Killer“). Den Blick auf eine internationale Auswertung richtet die amerikanische Beteiligung, respektive Co-Produzent Steven Seagal („Auf brennendem Eis“) und Darsteller Michael Biehn („The Rock“).

Ein Team von fünf jungen Polizeispezialisten soll die Bewachung der Unterweltgröße Panther Duen auf dem Weg zum Gericht unterstützen. Trotz ihres Einsatzes können sie nicht verhindern, dass der Gefangene von einer Gruppe schwer bewaffneter Verbrecher – darunter US-Söldner Michael Biehn – entführt wird. Diese will mit Panthers Hilfe den Bruder des Triadenführers unter Druck setzen. Entgegen der Anweisungen ihres Vorgesetzten nehmen die Spezialisten die Spurensuche auf. Doch ist ihre Gegnerschaft nicht nur ebenbürtig ausgebildet, sondern auch zu allem entschlossen.

In seiner Doppelfunktion als Autor und Regisseur schafft Daniel Lee („Black Mask“) einen visuell aufregenden, mitunter stark an „Heat“ erinnernden Thriller, der inhaltlich aber zu wenig hergibt, um die deutlichen Längen zwischen den Actionsequenzen zu füllen. Die Umsetzung, entstanden unter der Ägide moderner technischer Möglichkeiten, pendelt zwischen Hollywood und Hongkong. Das nährt Klischees, schließlich wollen es die Macher fernöstlichen wie westlichen Zuschauern recht machen. In Anbetracht der Eindimensionalität sämtlicher Figuren ein schwieriges Unterfangen.

Exemplarisch offenbaren sich die dramaturgischen Mängel in einer ausufernden Schießerei aller relevanten Protagonisten. Die sich über Minuten bekriegenden Parteien verfeuern unzählige Kugeln, ohne das mehr als die nähere Umgebung perforiert würde. Wenn zu guter letzt dann doch Verluste zu beklagen sind, schmückt Lee die Szenerie derart pathetisch aus, dass die künstlich erschaffenen Emotionen jede Bindung zu den Figuren lösen. Letztlich balgen sich eben doch nur am Reißbrett entworfene Charakterprofile durch einen Plot ohne jede Verankerung in der Realität. Für den modernen Actionfilm mag das genügen. Nur finden sich unter der Oberfläche keinerlei Bezugspunkte, die einer wie hier viel zu trägen Geschichte Rechnung tragen würden.

Wertung: (5 / 10)

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