Dracula – Tot aber glücklich (USA/F 1995)

dracula-tot-aber-gluecklichMel Brooks persiflierte erfolgreich „Vertigo“, „Frankenstein“ und „Star Wars“. Doch bereits mit der müden „Robin Hood“-Verulke „Helden in Strumpfhosen“ bewies der Kult-Komiker die Überflüssigkeit mancher Filmparodie. Den Tiefpunkt durchschritt der Meister des modernen Slapsticks allerdings mit der lausigen Anti-Burleske „Dracula – Tot aber glücklich“, die ungelenk und fahrlässig unkomisch Coppolas opulente Verfilmung des Stoffes auf die Schippe nimmt.

„Nackte Kanone“-Star Leslie Nielsen, dessen betonte Ernsthaftigkeit auch längst keinen humoristischen Automatismus mehr bedeutet, spielt den Karpaten-Grafen wie gehabt mit wonniger Tollpatschigkeit. Ist das erste Kichern aber erst einmal verflogen, stellt sich rasch der Katzenjammer einer ganz und gar gescheiterten Verballhornung ein. Allein das derart übertriebene Spiel der meisten Darsteller – wohl eine Hommage an Brownings „Dracula“-Adaption von 1931 – erstickt beinahe jeden Anflug von Komik im Keim.

In die Bresche springen müssen betont aufgesetzte Akzente und ein akut uncharmanter Running Gag, nach dem Dracula und Wissenschaftler Van Helsing (Brooks) stets versuchen das letzte Wort zu äußern. Schade ist es da um Ausstattung und Kostüme, die den klassischen Vorgaben bestmöglich gerecht werden wollen. In den liebevoll gestalteten Sets aber tummeln sich Mimen wie Peter MacNicol („Bean – Der ultimative Katastrophenfilm“) als dem Grafen dienlicher, bevorzugt Insekten verspeisender Makler Renfield oder Amy Yasbek („Die Maske“) als die von Dracula begehrte Mina Murray.

Abseits der besten Szene, jener nicht enden wollenden Blutfontäne bei der Pfählung der verwandelten Lucy, gibt es keine ironische Brechung, die der bloßen Erwähnung wert wäre. Hoho, der Graf klatscht in Fledermausgestalt gegen ein geschlossenes Fenster. Hihi, als er sich aus seinem Sarg erhebt, stößt er sich den Kopf an einem Kronleuchter. Brooks folgt Bram Stokers Vorlage und den berühmten Verfilmungen, so weit es die bloße Aneinanderreihung lauer situationskomischer Verstrickungen erlaubt. Als Parodie bleibt sein „Dracula“ jedoch beschämend uncharmant.

Wertung: (3 / 10)

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