Dracula III: Legacy (USA/RO 2005)

dracula-3-legacy„Ascension“, die Fortsetzung zur Wes Craven-Präsentation „Dracula 2000“ endete mit Kintopp. Pater Uffizi (Jason Scott Lee, „Dragon – Die Bruce Lee Story“) wurde durch einen Biss des wiedererweckten Dracula infiziert und Elizabeth (Diane Nea, „Law & Order: SVU“), Freundin des involvierten Studenten Luke (Jason London, „Carrie 2“) vom Finsterling verschleppt. „Legacy“, dritter Teil der Saga, knüpft die Geschichte fort. Regie führte abermals Patrick Lussier, der sich bei Cravens „Scream“-Trilogie als Cutter verdingt hatte. Wie im Vorgänger absolviert Roy Scheider („Der weiße Hai“) einen Kurzauftritt als Geistlicher, während Rutger Hauer („Turbulence 3“), obligate Allzweckwaffe des B-Films, den Vampirfürsten mimt.

Die Suche nach dem Versteck des Blutsaugers führt Uffizi und Luke in den Osten Europas. Im von bürgerkriegsähnlichen Zuständen erschütterten Rumänien werden sie fündig. Von menschlichen Untertanen lässt sich Dracula mit Nahrungsnachschub versorgen. Neben Reibereien mit den sogenannten Beschaffern stößt das Duo auf die gestrandete Fernsehjournalistin Julia (Alexandra Westcourt, „Bug“), die ihnen Zugang zu einer Gruppe revoltierender Freischärler verschafft. Dabei muss Uffizi nicht nur den blutsüchtigen Schurken und seine Häscher bekämpfen, sondern auch seine allmähliche Verwandlung in einen Vampir. Auf Draculas Schloss kommt es zur entscheidenden Konfrontation.

„Dracula III: Legacy“ ist ein typischer Nachklapp der ´Miramax´-Tochter ´Dimension Films´. Mit kleinem Budget und halbwegs bekannten Darstellern in Osteuropa produziert, steht der Routinestreifen ganz in der Tradition von Fortsetzungsgeschichten wie „Mimic 2“ (2001), „Hellraiser: Deader“ (2004) oder „God’s Army 4“ (2005). Über Höhen und Tiefen entfaltet sich ein kurzweiliger und durchaus kompetent gemachter Ritt durch die Gegebenheiten des Vampirfilms. Der Hintergrund des zwischen Anarchie und Blutsaugerterror zerrissenen Rumänien verschafft „Legacy“ ein stimmiges Standbein. Wirklich Neues wird dadurch nicht transportiert, doch sind die hinreichend bekannten Elemente souverän verpackt.

Als störender Faktor erweist sich die deplatzierte Coolness der Figuren, die sich in gewollt flotten Kommentaren und wenig ausgegorenen Anflügen von Ironie verbirgt. So genügen die actionbetonte Inszenierung, Blut und Rutger Hauer, um den Film in solidem Mittelmaß ins Ziel zu tragen. Insgesamt überzeugender als „Ascension“, verhält es sich mit „Legacy“ im Grunde jedoch ähnlich wie mit seinem Vorgänger – kann man sehen, muss man aber nicht. Das Finale behält sich einmal mehr ein ausbaufähiges Hintertürchen offen. Allerdings bleibt nach dieser erfreulich soliden Verleihpremiere zu hoffen, dass jenes aus Gründen nachhaltiger Qualitätssicherung geschlossen wird.

Wertung: (5 / 10)

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