Dr. Giggles (USA 1992)

dr-giggles„Laughter is the best medicine.” – Dr. Giggles

Es ist schon erstaunlich, dass ein Film wie „Dr. Giggles“ nicht zum Horror-Franchise taugte. Ein Erfolg an den Kinokassen blieb ihm zwar verwehrt, gemessen an der Fülle qualitätsloser Slasher, die in unsäglichem Fortsetzungsmarathon zu (immer größerem) Schund geritten wurden, steht Manny Cotos („Cover Up“) schwarzhumorige Arztvisite aber fast schon für gehobenen Anspruch. Originell ist die Geschichte des manisch kichernden Mediziner-Sohnes sicher nicht. Aber der Film hat Witz, Tempo und vor allem einen Schlächter, der Dank der Besetzung mit „Darkman“-Bösewicht Larry Drake ausreichend Format besitzt.

Den launigen Ton unterstreicht bereits der Vorspann, bei dem Erythrozyten durch die Blutbahn zum Herzen kursieren, ehe der Muskel mit einem Skalpell zerschnitten wird. Dass jener Dr. Giggles, der eigentlich Evan Rendell heißt, kein studierter Mediziner ist, stört ihn in seinem Wahn mitnichten. Nachdem er also den ihn behandelnden Psychiater frikassiert hat und aus der Irrenanstalt ausgebüxt ist, macht er sich auf den Weg in seine Heimatstadt, das beschauliche Provinznest Moorehigh. Dort praktizierte einst sein Vater, bis dieser über die Herzerkrankung der Gemahlin den Verstand verlor und Ersatzorgane im Patientenkreis beschaffte.

„A good physician always has the right instrument for the job.” – Dr. Giggles

Der ob seines irren Feixens Dr. Giggles genannte Verrückte nistet sich im verfallenen Familienheim samt hinter einem Holzverschlag verborgener Vater-Praxis ein und macht mit Kittel und Doktortasche mörderische Hausbesuche. Die Zweckentfremdung medizinischer Gerätschaften ist hübsch makaber, jedoch nie derart explizit, als dass die rigiden Kürzungen der deutschen Fassung je gerechtfertigt würden. Das Mitleid des falschen Arztes wird von der jungen Jennifer (Holly Marie Combs, „Charmed“) geweckt, die wie seine Mutter an einem Herzfehler leidet. Fortan macht er es sich zur Aufgabe sie zu retten, was Freund Max (Glenn Quinn, „Roseanne“) und Polizist Reitz (Keith Diamond) zu verhindern suchen.

Mit dem putzmunter überspitzte One-Liner („My problem is, I care too much.“) abfeuernden Larry Drake hat Coto, der vor allem als Autor, Regisseur und Produzent fürs US-Fernsehen (u.a. „24“, „Dexter“) arbeitet, den entscheidenden Trumpf im Ärmel. Sonderlich aufregend geraten ist „Dr. Giggles“ allerdings nicht. Im Spiegelkabinett auf dem Jahrmarkt wird zwar klassisches Gruselkino zitiert, im Mittelpunkt stehen aber eindeutig die unorthodoxen Behandlungsmethoden des tödlichen Quacksalbers. Spannung resultiert daraus kaum, dafür aber hohes Amüsement und reichlich makabre Ideen. Fans hätten daher sicher gern Drakes Rückkehr gesehen. Aber manchmal ist es wohl auch einfach besser, wenn der Eindruck eines gelungenen Originals nicht durch schwache Sequels nachhaltig torpediert wird.

Wertung: (6 / 10)

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