Dr. Acula – Nation (2012, Victory Records)

dr-acula-nationEs war einmal ein Vampir-Witz in der Sitcom „Scrubs“. Die spielt in einem Krankenhaus, da ist das Wortspiel ´Dr. Acula´ fast naheliegend. 2005 benannte sich eine Band nach dem promovierten Blutsauger und schickte sich an, dem Partyvolk ein leuchtendes Vorbild zu sein. Fortan verquirlte die quietschfidele Meute Death-Metal, Metal-Hardcore und elektronische Tanzmusik. Nach zwei Alben wurde Victory Records aktiv und nahm die Bande unter Vertrag. Aber bereits der Label-Einstand „Slander“ ließ das Versprechen der Gute-Laune-Garantie jäh verpuffen. Mit „Nation“ setzt das Sextett noch einen drauf. Oder besser drunter.

Die dritte Scheibe binnen drei Jahren ist ein Fall in bodenlose Beliebigkeit. Vorbei sind die Zeiten, in denen DR. ACULA mit absurden, B- und klassische Gruselfilme zitierenden Songtiteln Vergnügen bereiteten. Weit schlimmer aber wiegt, dass die Experimentierfreude komplett gewichen ist. Übrig blieb lediglich standardisierter Deathcore mit leidlich einnehmendem Breakdown-Marathon. Selbst die klanglichen Dissonanzen fallen derart marginal aus, dass kaum mehr übrig bleibt als monoton lärmende Soundsoße. Aber angesichts der Geschwindigkeit, mit der sich das Besetzungskarussell im Behandlungszimmer des Vampir-Arztes über die Jahre drehte, darf kaum verwundern, dass die ursprünglich launige Ausrichtung der augenzwinkernden Krachschläger kaum mehr zu erkennen ist.

Wertung: (4 / 10)

 

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