Donots – Lauter als Bomben (2018, Solitary Man Records)

Die DONOTS sind ein Phänomen. In der ersten Hälfte ihrer Bandgeschichte stand die Band für poppigen Punkrock wie kaum jemand anders in Deutschland. Allerdings klang das Produkt irgendwann mehr und mehr austauschbar und beliebig. Alle Regler wurden dann mit „Coma Chameleon” zurück gedreht und der Fünfer erfindet sich einfach mal neu. Mit „Karacho” folgt dann der nächste bemerkenswerte Wandel. Nahezu spielend leicht schwenken die Ur-Ibbenbürener um und singen fortan in ihrer Heimatsprache. Der Erfolg ist enorm und das Heft des Handels haben sie ohnehin schon seit längerem in ihren eigenen Händen. Und fast scheint es, als wäre das alles nur die Vorbereitung für „Lauter als Bomben“ gewesen. Denn bessere DONOTS als auf diesem Album sind kaum noch möglich.

Vor allem funktionieren die DONOTS hier in all ihrer Gänze. Ob nun Punk, Pop oder Rock, die Band macht und kann (!) mittlerweile alles. Und setzt sich dabei keine Grenzen. Vielleicht ist genau das ihr derzeitiges Geheimnis. Denn „Lauter als Bomben“ begeistert durch die Bank. Während der Pogo-Mob mit „Keiner kommt hier lebend raus“ oder „Whatever Forever” ins Schwitzen kommt, geht es mit dem relaxten „Eine letzte Runde” oder dem Pegida/AfD-Abriss „Rauschen (Auf jeder Frequenz)” etwas ruhiger zur Sache. Als heimlicher Favorit entpuppt sich jedoch das irgendwie untypische und unscheinbare „Das Dorf war L.A.“. Abseits gängiger Muster ist der ruhige und lediglich siebzig sekündige Song eine Hommage an vergangene Tage und ihre Heimat. Ein simpler, aber doch anderer und einfach unglaublich schöner Song.

Was auf „Karacho“ vielleicht noch etwas wackelig klang, tönt hier deutlich selbstbewusster und –sicherer aus den Boxen. Die DONOTS brauchen nach so langer Zeit ganz bestimmt kein Meisterstück mehr, aber „Lauter als Bomben“ fühlt und hört sich einfach so an.

Wertung: (8 / 10)

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