Donots – Got the Noise (2004, GUN Records/Supersonic Records)

donots-got-the-noiseEs ist schon ein Weilchen her, seit die DONOTS noch als hoffnungsvolle Nachwuchsband für alternative Musik Marke „deutsch, neu, trotzdem gut“ galten. Spätestens mit dem letzten Longplayer „Amplify the Good Times“ sind sie die Spitze einer aufstrebenden und -lebenden Musikkultur. Und genau das ist der Zeitpunkt, an dem man sich auch an vergangenen Alben messen lassen muss, an dem man sich einen Standpunkt erarbeitet und erspielt hat, den es jetzt zu verteidigen oder gar auszubauen gilt. Viele Mäuler wurden sich über das letzte Album zerrissen, zu poppig war es angeblich, der Begriff „Ausverkauf“ war an der Tagesordnung. Und doch handelte es sich um eine gutes, weil von vielen Hits geprägtes Album, das einfach eine Portion zuviel des Produktions-Weichspülers abbekommen hatte.

Dies bekamen natürlich auch die fünf Ibbenbürener Musikfreunde mit und so wurde mit „Got the Noise“ auch wieder eine Kante mehr Rock und weniger Glanz versprochen. Dies war ihnen neben – dem standesgemäßen – Produzent Fabio Trentini sogar Engineer Peter Seifert – aka JEM – wert, der eher für Schrammel-Sounds bekannt ist und den DONOTS so eine kleine Lektion in Sachen Reduzierung aufs Wesentliche gab. Was daraus geworden ist, konnte man vorab schon einmal mit „Wretched Boy“ und „Got the Noise“ erfahren. Ersteres – in Form eines Sampler-Beitrages – bestätigt die angesagte Richtung, eine rollende Pop-Punk-Nummer, aber bei weitem nicht so geschmeidig wie zu „Amplify”-Zeiten. Und mit „Got the Noise“ gibt es den typischen Lalala-oho-oho-DONOTS-Partysong. Den kann man den DONOTS nicht einmal übel nehmen, da hier keine Effekt- und Käuferhascherei betrieben wird, sondern einfach das eigene Prinzip eingehalten wird.

Insgesamt wird man dem Versprochenen gerecht, denn auch wenn sich in Sachen Songwriting keine Revolution einstellt (was auch von niemandem erwartet wurde), weiß man das Produkt Pop-Punk anders zu verpacken. Die Ballade „Good-Bye-Routine“ wäre vor zwei Jahren wohl noch zu einem Epos ausgewachsen, heute bleibt man auf dem Boden und verpflichtet nicht direkt ein ganzes Orchester aus der Symphonie weg. „Knowledge (The Rock’n’Roll Destruction Kit)“ (incl. Gastgesang von 3 COLOURS RED-Pete und Gitarrensolo von Bandkollege Chris) ist wohl der Song, der am schnellsten in Mark und Bein übergeht und auf den Konzerten noch das ein oder andere Mal für kollektive Ekstase sorgen wird. „Punchline“ hingegen ist eine volle Ladung ins Gesicht, bei „Cough It Up“ sehe ich den Mob schon im Takt hüpfen und „Better Days (Not Included)“ stellt ein Überbleibsel aus älteren Tagen, das zeigt, dass man sich in Sachen Musik und Stil treu geblieben ist. Mit von der Partie ist auch Jason Perry von A, der ein paar Vocals zu „Alright Now“ beisteuern darf.

Für die schnellsten an der Ladentheke gibt es „Got the Noise“ inklusive einer DVD, auf der man den DONOTS bei „Making of…“ und Ergebnis des Single-Videos zu „We Got the Noise“ zuschauen, ein paar Impression der „Amplify”-Tour sammeln und sich mit den Jungs zurücklehnen und Studio-Fotos bestaunen kann. Fazit: Wer die Donots mag, dem wird „Got the Noise“ mit Sicherheit auch gefallen, ein paar alte Fans dürften auch wieder zu begeistern sein und die Szene-Polizei wird eine Menge zu tun haben, der Welt eine sympathische, weil ehrliche und stets zu begeistern wissende Band schlecht zu reden.

Wertung: (7,5 / 10)

 

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