Doghouse (GB 2009)

doghouseFilme, die sich als Parodie oder Komödie verstehen, in denen wackelnde und manchmal auch rennende Kadaver, die auf Menschenfleisch aus sind, und – das ist ganz wichtig – besonders die, die von den britischen Inseln kommen, müssen sich immer eines gefallen lassen: Sie werden immer mit „Shaun of the Dead“, dem Godfather der Zombödie schlechthin, verglichen. Dass bisher noch keiner annähernd am Thron des übermächtigen „Ein Zombie kommt selten allein“, ein blöder deutscher Alternativtitel des Meilensteins, auch nur hätte rütteln können, gehört zum Allgemeinwissen. Dennoch tauchen in den unendlichen Weiten des WeltWeitNetzes immer wieder Trailer von ähnlich angelegten Filmen auf, die gewiss zu begeistern wissen. Und die dann beim endlichen Komplettbegutachten dennoch einen faden Beigeschmack hinterlassen, da der Trailer mehr versprach als das Gesamtpaket letzten Endes liefern konnte.

Und leider muss man auch „Doghouse“ in diese Kategorie aufnehmen. Dabei ist die Grundidee an sich schon ein Mordsspaß für sich. Der Covertext fasst es perfekt zusammen: „Um Ihren Kumpel Vince nach seiner Scheidung aufzumuntern, packen ihn seine Freunde, Neil, Mickey, Matt, Patrick, Graham und Banksy, um mit ihm ein Wochenende in Moodly zu verbringen, einem Dorf, in dem statistisch auf je einen männlichen Einwohner vier Frauen kommen. Doch dort angekommen merken sie recht schnell, dass sich das vermeintliche Paradies als bestialisches Höllenloch entpuppt. Ein von der Armee freigesetzter Virus hat alle Ladys in garstige Männer fressende Furien verwandelt. Verbarrikadiert im örtlichen Spielzeugladen, nehmen die Männer den Geschlechterkampf auf – und dieser ist blutig…“

„Flesh Eating Mothers“, „Lesbian Vampire Killers“ oder eben auch „Doghouse“ – das sind Filme, die für trashliebhabende Männerversammlungen gemacht sind. Doch auch die Dudes an deiner Seite und die Kiste Bier unter dem Tisch können nicht darüber hinwegtäuschen, dass aus einer herausragenden Idee nicht das Optimum herausgeholt wurde. In Moodley, einem klassischen Kaff irgendwo in England, soll es, wie der Covertext verspricht und wie es im Film dann auch tatsächlich heißt, viermal so viele Frauen wie Männer geben. Leider sieht man nicht allzu viele davon. Es tummeln sich nie mehr als 4-5 Zombiedamen durch die oft als Studiokulisse auszumachende Szenerie. Eines muss man den Machern aber lassen – die wenigen Zombiemädels, die man des Öfteren zu sehen bekommt, etwa die Mittelalterlady aus dem Hexenshop inklusive passender Kleidung und riesigem Schwert, oder die spooky aussehende Frisörin, die mit ihren Scheren gerne mal auch in Männerfleisch herumbohrt, sehen in ihrer Maske wirklich gelungen aus.

Vom klassischen englischen Humor gibt es mal hier und da auch Erscheinungsformen, doch meist kann er nur die Oberfläche eines – jetzt musste es kommen – „Shaun of the Dead“ wiedergeben. Der Comicnerd unter der Truppe kann natürlich auch in einem Spielzeugladen Waffen zusammenbasteln, und das nervige Fußball-in-die Fresse-Finishing darf in einem solchen Männerfilm, der von Männern für Männer (von der Insel) gemacht wurde, auch nicht fehlen. Der Quotenschwarze muss auch mit – er überlebt sogar! – und neuerdings ist der Quotenschwule auch dabei. Überraschend arm geraten ist hingegen der Splatteranteil, besonders wenn man sich Jake Wests „Razor Blade Smile“ und den durchaus beliebten „Evil Aliens“, ältere Low Budget-Perlen ins Gedächtnis ruft, so dass die Bezeichnung „Funsplatter“ hier eher mit Vorsicht zu genießen ist. Doch soll auch nicht verschwiegen werden, dass die wenigen vorhandenen Effekte zum größten Teil gelungen sind.

Weniger löblich hingegen ist das hier präsentierte Frauenbild. Allesamt Zicken der übelsten Sorte, denen man(n) in der kurzen Screentime Pest, Cholera und Skorbut an den Hals wünschen soll. Damit wird das Motiv der männlichen Protagonisten vom puren Überlebenskampf gegen zombifizierte und männerfressende Furien abgelenkt. Denn der eigentliche Kampf findet zu Hause statt, in der Küche, im Schlafzimmer, vorm Fernseher. Und diese Jungs gewinnen ihn bestimmt. Vince, der zu Begin fertig mit der Welt ist, da seine geliebte Zähmerin ihn verlassen hat, er sie aber noch über alles liebt, hält kurz vor der alles entscheidenden Konfrontation die obligatorische Schlachtansprache. In der hebt er hervor, wie Männer doch selbstlos alles sein und liegen lassen, damit ihre Lebensgefährtinnen glücklich und beschützt seien. Sie lassen sich ja sogar „domestizieren“, nur um nach unbestimmter Zeit von ihren Liebsten mit der Begründung, sie würden sich langweilen, verlassen zu werden. Und mit diesen „pissed-off, man hating, feminist cannibals“ wird jetzt abgerechnet. Später dann mit denen, die zu Hause geblieben sind.

Alles in allem ist „Doghouse“ wie ein Dan Brown-Buch – nachdem man das Werk gesehen (bzw. gelesen) hat, wird einem klar, was für einen Mist man sich da eigentlich angetan hat.

Wertung: (4 / 10)

 

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