Do You Like Hitchcock? (I 2005)

do-you-like-hitchcockDass Dario Argento gut schneiden kann, hat er schon längst unter Beweis gestellt. Seine Schnittfassung des Romero’schen Meisterwerks „Dawn of the Dead“ hat wohl eine größere Verbreitung als die Variante des Regisseurs. Und in gewisser Weise tut Argento in „Do You Like Hitchcock?“ nicht viel anderes als Schneiden – nur nutzt er nicht die Originalszenen, sondern inszeniert sie für sich nach.

Giulio (Elio Germano, „Quo Vadis, Baby“) ist Filmstudent und begeistert von Thrillern. Während er sich eigentlich seiner Abschlussarbeit über den Expressionismus widmen sollte, beobachtet er lieber seine äußerst attraktiven Nachbarinnen. Als jedoch die Mutter eines seiner Begierdeobjekte auf brutalste Weise ermordet wird, fällt ihm wieder ein, wie er ein Mädchen von Gegenüber einmal mit einem Hitchcock-Thriller in der Hand in der Videothek getroffen hat. Giulio ermittelt auf eigene Faust – und kommt zu erschreckenden Erkenntnissen.

Die Story ist sicherlich dünn – und eigentlich auch nur Vorwand, um alle möglichen Hichcock-Szenen neu zu drehen und aneinander zu reihen. Doch anders als im wahrlich schrecklichen „Psycho“-Remake von Gus Van Sant haben die Szenen hier einen gewissen Charme. Allerdings fehlt ihnen hier, was sie in ihren Vorlagen wie „Das Fenster zum Hof“ so großartig machte: Suspense.

Argento schafft es nicht es über die eineinhalb Stunden Film eine gewisse Grundspannung zu halten. Dafür reichert er die Szenen mit einer gehörigen Portion Titten an, was allerdings kaum als Ersatz reicht. „Do You Like Hitchcock?“ ist ein netter Thriller, der die Durchschnittlichkeit allerdings nicht hinter sich lassen kann. Zu schemenhaft und statisch ist die Inszenierung – auch wenn die Szenen für sich genommen eine nette Neuinterpretation der klassischen Vorlagen bieten. Doch das einfache Aneinandermontieren reicht eben nicht – und das unterscheidet „Do You Like Hitchcock?“ von anderen, besseren Montagesequenzen – wie zum Beispiel der Duschszene in „Psycho“. Die ist zwar offensichtliches Vorbild – so gut schneidet Argento dann allerdings doch nicht.

Wertung: (5 / 10)

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