Django und Sartana kommen (I 1970)

django-und-sartana-kommen„Ihr taugt doch alle nichts, ihr seid Kojoten. Django und Santana ich kriege euch.“ – Burt

Django und Sartana sind zwei der großen Namen des Italo-Westerns. Gleichermaßen 1966 vorgestellt, führte der Weg von Sergio Corbuccis Django über die berühmte Darstellung Franco Neros in Richtung zahlreicher Billigproduktionen. Mit der Folge, dass das Sinnbild des Rächers zu einer willkommenen Fassade dutzendfacher Plagiate verkam. Internationale Synchronfassungen verwendeten seinen Namen gern aus Gründen kommerzieller Aufwertung. Sartana begann seine Karriere als Schurke in Alberto Cardones gleichnamigen Film, wurde durch den unermüdlichen Einsatz von Schauspieler Gianni Garko jedoch bald zum Heldentypus. 1970 folgte das unausweichliche Aufeinandertreffen.

Der gefürchtete Bandit Burt Keller (Gordon Mitchell, „Fellinis Satyricon“) entführt nach einem Raubzug die Tochter des Großgrundbesitzers Cobb. Um sein Kind zurückzubekommen, setzt dieser eine hohe Prämie auf die Ergreifung der Kidnapper aus. Die legendären Kopfgeldjäger Django (Chet Davis alias Franco Borelli, „Tote werfen keine Schatten“) und Sartana (Jack Betts, „Halleluja pfeift das Lied vom Sterben“) machen sich getrennt auf, den Gangstern das Handwerk zu legen und dem jeweils anderen zuvorzukommen. Doch verbündet sich Keller mit einer weiteren Bande, die Django und Sartana schnell in arge Bedrängnis bringt. Als ihnen die Flucht gelingt, schlagen sie mit vereinten Kräften zurück.

„Django und Sartana kommen“ ist der kümmerliche Versuch einer Vereinigung zweier Genreklassiker. Der unter dem Pseudonym Dick Spitfire agierende Autor und Regisseur Demofilo Fidani („Sein Name war Pot – aber sie nannten ihn Halleluja“), dem bei der Inszenierung Diego Spataro („Arriva Eldorado“) zur Hand ging, erzählt eine altbackene Geschichte in steter Langatmigkeit. Dabei werden die Revolverhelden allerlei gefahrvollen Situationen ausgesetzt, können sich aber aufgrund grassierender Stupidität ihrer Gegnerschaft stets daraus befreien. Alles verläuft nach dem Baukastenprinzip, nur scheinen Fachkräfte hier Mangelware gewesen zu sein. Da hilft auch nicht, dass der bewährte Ettore Manni („Wilde Pferde”) als Sheriff auftritt.

Oberschurke Burt Keller, der je nach Sequenz auch Kelly heißt, spielt meist Poker mit seinem Spiegelbild oder streitet mit selbigem bis zur Zornesröte. Seine Dialoge bewegen sich am Rande der Parodie, lassen aufgrund des überzogenen Spiels aber kaum Freude aufkommen. Gordon Mitchell (1923-2003) begann seine Karriere als Bodybuilder, was ihm bald Engagements im italienischen Sandalenfilm (u. a. „Maciste, der Sohn des Herkules“, „Brenno, der Barbar“) einbrachte. Die markanten Gesichtszüge machten ihn zu einem festen Zaungast des Spaghetti-Westerns und ließen ihn in zahlreichen Produktionen (u. a. „Schneller als 1000 Colts“, „Django, wo steht Dein Sarg?“) mitwirken.

Der Mangel an Charisma wiegt schwer wie Blei auf den Hauptdarstellern. Jack Betts, der sich hier den Namen Hunt Powers zugelegt hat, feierte seinen Einstand im europäischen Western mit „Rocco – Der Mann mit den zwei Gesichtern“ (1966). Es folgten mittelmäßige „Django“-Aufgüsse, bevor der „Genral Hospital“-Star wieder vermehrt in Hollywood arbeitete. Dort wirkte er in Filmen wie „Falling Down“ (1993), „Gods and Monsters“ (1997) und „Spider-Man“ (2002) mit. In der deutschen Vertonung wird sein Sartana zu Santana, was dem konturlosen Revolvermann endgültig den Rest gibt. Sehenswert sind hier einzig die adretten Darstellerinnen, doch wiegen diese den oft indiskutablen Rest kaum auf.

Wertung: 3 out of 10 stars (3 / 10)

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