Django und die Bande der Bluthunde (I/E 1969)

Django-und-die-bande-der-bluthundeDjango bringt den Tod. So war es, so wird es immer sein. Einer, der ihn öfter spielte, ob in Originalen oder eingedeutschten Plagiaten, ist Antonio De Teffé (1929-2004). Der meist unter dem Pseudonym Anthony Steffen gelistete Schauspieler gilt als eines der Aushängeschilder des Italo-Westerns. Er wirkte unter anderem in „Sartana“ (1966) und „Django spricht das Nachtgebet“ (1968) mit. Auch in „Django und die Bande der Bluthunde“ gibt er den schweigsamen Rächer, der unter der Regie von Sergio Garrone („Django und Sartana, die tödlichen Zwei“) deutlich dem Gruselfilm entliehene Züge trägt.

Django sinnt – wie sollte es anders sein – auf Rache. Sein Motiv, das sich erst allmählich enthüllt, geht auf seinen Dienst im US-Bürgerkrieg zurück. Ein Holzkreuz kündet schon vor dem Auftauchen des grimmigen Antihelden von kommenden Todesfällen. Die ausgemachten Opfer sind wenige, ihre Gefolgsleute viele. Um sich dem Zorn des Killers zu entziehen, ruft Schurke Murdoch (Paolo Gozlino, „Fünf blutige Stricke“) die Bande der Bluthunde, ein Rudel organisierter Mörder, zu Hilfe.

De Teffé, der mit Regisseur Garrone auch das Drehbuch schrieb, überzeugt einmal mehr als Engel der Rache. Darstellerisch gefordert wird er dabei nicht. Sein Django kommt wie ein geisterhaftes Phantom über seine Gegner. Das erfordert kaum mehr als stoische Grimmigkeit. Unter den Akteuren sticht daher vornhemlich Luciano Rossi („Seine Kugeln pfeifen das Todeslied“) als Murdochs Bruder hervor, ein auf den Spuren von Klaus Kinski wandelnder Psychopath. Der knallt auch schon mal hysterisch lachend Menschen auf offener Straße nieder. Ein Zustand, der selbst im Wilden Westen nicht tragbar erscheint.

„Django und die Bande der Bluthunde“, auch bekannt unter dem Titel „Django der Bastard“, bezieht seinen Reiz aus dem geisterhaften Auftauchen seines unbarmherzigen Rächers. Lange Zeit scheint gar unsicher, ob Djangos Vergeltung nicht dem eigenen Tod nach steht. Kameraführung und Szenenbild unterstreichen die unheimliche Stimmung, die sich zumindest im Auftreten des mysteriösen Revolvermannes als beständig erweist. Der Rest ist inhaltlicher Archetypus, ansprechend in Szene gesetzt und mit der nötigen Ernsthaftigkeit durchgezogen. Das ungewöhnliche Moment hebt den Film über den Durchschnitt und macht ihn allemal sehenswert, ohne dass er sich in die Liste der großen Genreklassiker einreihen könnte.

Wertung: 6 out of 10 stars (6 / 10)

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