Django – Nur der Colt war sein Freund (I – 1967)

django-nur-der-colt-war-sein-freundFeindliche Übernahme einmal anders: Weil der ehemalige Profitkumpan des Vaters diesen hinterging, will der Sohn es nun richten. Er konfrontiert den Übeltäter mit der Missetat und fordert prompt die Hälfte des gemeinschaftlich auf die Füße gestemmten Unternehmerzweigs. Dass der Schurke das nicht kampflos hinnimmt, ist klar. Allerdings heißt sein Gegner Django – diesmal sogar im Originaltitel. „Django – Spara per Primo“ ist ein Kuriosum. Denn der titeltragende Revolvermann, dessen richtiger Name eigentlich Glen Garvin lautet, ist kein mürrisch wortkarger Einzelgänger, sondern ein von der Sonne geküsster Tausendsassa. Glenn Saxson („Desperado – Der geheimnisvolle Rächer“) spielt den Strahlemann, der, immer einen lockeren Spruch auf den Lippen („Ne Fünf mit drei Nullen. Hoffentlich hält das der Gaumen beim zählen aus.“), einen Charmebolzen erster Garnitur stellt.

Seine gute Laune lässt sich Django auch dann nicht verderben, wenn ein Kopfgeldjäger den Leichnam seines Vaters auf einem Packgaul spazieren führt. Die Differenzen sind in Blei schnell geklärt. Doch statt den Erzeuger in der Wüste zu bestatten, beschließt er die Belohnung lieber selbst zu kassieren. Das führt ihn in die Kleinstadt Silver Creek und zu Bankier Kluster (Nando Gazzolo, „Der Mann mit den 1000 Masken“), den einstigen Geschäftspartner des Vaters. Der deutsche Untertitel „Nur der Colt war sein Freund“ trifft den Kern der Sache dabei nur bedingt. Denn kaum angekommen, verbrüdert sich Django auch schon mit dem ulkigen Bud Spencer-Vorgriff Gordon (Fernando Sancho, „Zwei Halleluja für den Teufel“) und der kessen Bardame Lucy (Evelyn Stewart alias Ida Galli, „Vampire gegen Herakles“).

Angenehm leichtfüßig, wenn auch nach Schema F, befreit Django die Stadt aus dem Würgegriff des Unholds. Zur Seite steht ihm dabei noch ein wortkarger Arzt, der Einfachheit halber Doc genannt, der noch eine persönliche Rechnung mit Klusters durchtriebener Frau Jessica (Erika Blanc, „Im Staub der Sonne“) zu begleichen hat. Regisseur Alberto De Martino („…und morgen fahrt ihr zur Hölle“) würzt seinen Film mit einer ordentlichen Prise Selbstironie. Der Humor der zotigen deutschen Synchronisation („Das muss ein Studierter sein, die haben alle ‘nen Sprung in der Schüssel.“) wirkt da nicht einmal fehl am Platze. Besondere Hervorhebung verdient die Schlusssequenz, die der Ausgangsituation eine Verkehrung in ihr Gegenteil verpasst. „Django – Nur der Colt war sein Freund“ verbindet Kurzweil mit Kugelhagel – eine Mischung, die auch ohne den üblichen Zynismus gut funktioniert.

Wertung: (6 / 10)

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