Distance in Embrace – To Hell With Honesty! (2009, Horror Business Records)

Bloß nicht auf der Stelle treten, immer den Blick nach vorn, immer weiter und weiter. Nach diesem Credo scheinen die vier Mindener von DISTANCE IN EMBRACE zu leben, denn in der hiesigen Musikszene dürfte das Quartett schon seit längerem seinen Platz sicher haben. Unzählige Auftritte und mittlerweile das schon dritte Album sprechen da eine deutliche Sprache. Vor allem ist es aber die Einstellung, mit der die Band an die Sache herangeht. Denn die täglich heranrauschenden Klischeezüge werden großzügig missachtet, man selbst gibt sich bodenständiger, eigenständiger und hechelt nicht jedem Trend hinterher.

DISTANCE IN EMBRACE haben einfach den Vorteil, dass man ihnen auf Dauer keinen Strick drehen kann. Natürlich schöpfen auch sie aus dem reichhaltigen Fundus moderner und auch angesagter (Rock-)Musikstile. Punkrock, mehr noch Hardcore, Metal und Screamo. All das gibt es aber nicht unbedingt nach Schema-F vorgetragen. Man will sich von der Masse abheben, braucht nicht irgendwelche Zombie-Geschichten, um sich im Rampenlicht zu positionieren. Das soll die Musik richten. Wenn es danach geht, ist das Experiment geglückt. Denn „To Hell With Honesty!“ ist brachial und melodisch zugleich. Keifende Screams, Growls oder einfach nur klarer Gesang, dazwischen Metal-Riffs, Hardcore-Shouts, ruhige Passagen, dann wieder ein Mosh-Gewitter.

Die Jungs gehen unglaublich vielseitig vor, wirken aber nie aufgesetzt oder anbiedernd. Wem das Soundgewitter aber noch nicht ausreicht, darf sich zusätzlich an der beiliegenden DVD erfreuen. Da gibt es nochmal ein bisschen Schabernack (unbedingt den Menüpunkt „Friends and Bands“ anschauen) und ein paar Videos. Bleibt zu hoffen, dass die Jungs mit diesem Album die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdient haben. Denn in diesem Jahr wird man in diesem Bereich an „To Hell With Honesty!“ nur schwer vorbeikommen!

Wertung: (8 / 10)

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