Die Vögel – Attack From Above (USA 2007)

kawUnd wieder mordet das Federvieh. Doch halt, bei „Die Vögel – Attack From Above“ handelt es sich nicht um ein Remake des Hitchcock-Klassikers. Auch wenn das Gastspiel des damaligen Hauptdarstellers Rod Taylor („Die Zeitmaschine“) als Landarzt den Verdacht erhärten mag. Regisseur und Cutter Sheldon Wilson („Shallow Ground“) aber variiert das Thema lediglich. Sein Film heißt im Original „Kaw“ und zitiert den großen Vorreiter wo er nur kann. Sträflich ist das kaum, denn wer kommt bei diesem Thema schon umhin, dem Meisterstück des Vogel-Terrors Tribut zu zollen?

Auch Wilson verortet seine Variante in einer Kleinstadt. Deren Sheriff Wayne Hayborne (Sean Patrick Flanery, „Der blutige Pfad Gottes“) hängt den Beruf an den Nagel, um seiner Frau Cynthia (Kristin Booth, „Foolproof“), Professorin für Kulturanthropologie, in die Stadt zu folgen. Sein letzter Tag als Amtsinhaber gerät zuvor aber noch zum Alptraum. Ein Schwarm angriffslustiger Raben stiftet Unheil, das schnell zu einer wachsenden Zahl toter Menschen führt. Woher der Blutdurst der Tiere rührt, bleibt vorerst unklar. Denn vorangestellt gilt es einzig am Leben zu bleiben.

Natürlich fußt das Skript auf Genrestandarten, bemüht sich jedoch um Figuren jenseits simplifizierter Klischeebehaftung. Die Charaktere sind durchaus glaubhaft geartet. Man muss sich mit ihnen nicht zwanghaft identifizieren, kann ihre Sorgen und Nöte aber nachvollziehen. Schauspielerisch entfaltet sich der Plot passabel, wenn die Minen (insbesondere beim von Stephen McHattie verkörperten Außenseiter) auch der kühlen Stimmung angepasst bleiben. Den Kern bildet eine stimmig fotografierte Aneinanderreihung von Rabenattacken. Sie geben von Beginn an die Richtung vor. Das erlaubt insgesamt wenig Raum für Überraschungen, verbleibt aber in einer angenehmen Schnörkellosigkeit.

Die Tricks sind weitgehend ansehnlich, der Einsatz der wütenden Raben dank echten Exemplaren wirksam. Im Gegensatz zu Hitchcocks Vision aber werden am Schluss verzichtbare Gründe für die Zusammenrottung der Vögel offenbart. Mit kleineren Härten in Großaufnahme werden Plattheiten und das krause Wirken der gottesfürchtigen Mennoniten mit ihren mehr schlecht als recht angeklebten Bärten meist ausgeglichen. So bleibt ein solides, partiell spannend gestaltetes B-Movie, das weder Ausnahme noch Besonderheit ist, dafür aber ansehnliche Genreware. Und das allein ist bereits mehr, als man vom Gross gegenwärtiger Beiträge zum Tierhorror erwarten kann.

Wertung: (5 / 10)

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