Die Stunde der Ratte (CDN1989)

die-stunde-der-ratteErinnern wir uns an „Die Insel der Ungeheuer“, jenen ungeheuer trashigen Murks mit Riesen-Ratten, den Bert I. Gordon in den güldnen Siebzigern auf dem Grabe H.G. Wells errichtete. Anno dazumal sickerte seltsame Flüssigkeit aus dem Erdreich und ließ die Tierwelt eines abgeschiedenen Eilands enorm an Größe gewinnen. Am Ende, als Dammbruch und Schrotladung die mutierten Nager beseitigt hatte, trieb die Strömung den ominösen Wachstumsbeschleuniger zu grünen Auen und darauf weidenden Kühen. Deren Milch landete in der ganz und gar schauderhaften Schlusssequenz auf dem Speiseplan Calcium-hungriger Schulkinder. Könnte es eine schnödere Rechtfertigung für eine Fortsetzung geben?

Die, bestenfalls vage an den originären Filmstoff angelehnt, ließ satte 13 Jahre auf sich warten. Von den Folgen des Milchgenusses ist nichts geblieben, dafür darf ein klein geratener Bub nach der Hormonbehandlung den Riesen geben. Durch eine in den Blutzellen verborgene Substanz, wie die fleißige Universitätsprofessorin mutmaßt. Mit ihrem Latein am Ende ist sie trotzdem, weshalb ihr brillantester Ex-Student Neil Hamilton (Paul Coufos, „Chopping Mall“) ins Spiel kommt, der, selbst an der Hochschule beschäftigt, an Pflanzen herumexperimentiert. Aus verschiedenen Körpersäften des Jungen kredenzt er das titelgebende „Food of the Gods“, das erst Tomaten und schließlich auch wieder Ratten zum Riesenwuchs drängt.

Weil unter Regisseur Damian Lee („Terminal Rush“) aber keine Peinlichkeit ausgelassen wird, gibt es neben einem durchtriebenen Wissenschaftskollegen zudem eine Gruppe militanter Tierschützer, zu denen auch Neils Geliebte Alex (Lisa Schrage, „Prom Night II“) gezählt werden darf. Als die sein Labor verwüsten, fallen die genetisch veränderten Ratten, die sich zuvor an den Riesentomaten gütlich labten, über die Eindringlinge her und büxen aus. Damit auch das dümmste Klischee noch mitgenommen wird, darf der Dekan die große Gefahr klein reden und nicht müde werden, die zu eröffnende Sportstätte zu preisen, in deren Schwimmhalle die Ratten letztlich zum großen Fressen laden.

Dazu gibt es viel Blut, schauspielerisches Untalent und eine Körperschmelze, bei der der egozentrische Forscherkollege mit der stibitzen Substanz in Berührung kommt und sich aus üppigen Beulen bald in Auflösungserscheinungen ergeht. Zum Wiehern ist die Szene aber allein wegen des Produktionsassistenten, der hinter dem Kittelzipfel des Doktors die mit Schläuchen versehenen Spritzen betätigt. Einigermaßen gelungen sind immerhin die mal ins Bild kopierten, mal durch Miniatursets kraulenden Ratten, die bei Attacken wie im Original durch starräugige Modellköpfe ersetzt werden. Wen die am Ende nicht anfallen, der wird von den wild um sich ballernden Cops erlegt. Darüber freuen kann sich lediglich der deformierte Bengel vom Anfang, wird er doch lang genug vergessen, um schlussendlich stiften zu gehen.

Wertung: (3,5 / 10)

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