Die Reise zum Mittelpunkt der Erde (USA 2008)

die-reise-zum-mittelpunkt-der-erde-2008Die 3D-Technik galt lange als Schnee von gestern, als Rudiment einer naiven Kino-Ära, die beliebigen Science-Fiction- und Horror-Filmen den gewissen Kick bescheren sollte. Wirklich durch setzte sich das dreidimensionale Leinwanderlebnis nie, verhalf im IMAX-Format aber zumindest Dokumentationen zu einer spektakulären Präsentationsplattform. Mittlerweile hat auch Hollywood wieder Gefallen am angestaubten Format gefunden, lässt sich mit ihm doch ein Mehrwert des Showeffekts garantieren, dem selbst Blu-ray und HD-Bildschirm nicht das Wasser reichen können.

Kino wird so wieder zum Event, was angesichts sinkender Ticketverkäufe einer durchaus cleveren Strategie entspricht. Nicht umsonst gab es den Welterfolg „The Dark Knight“ auch in einer speziellen IMAX-Version zu sehen, die allein in Amerika in 94 speziellen Kinos gezeigt wurde und das Publikum gleich scharenweise anzog. Und obwohl das sensationell kassenträchtige Batman-Abenteuer auch in Deutschland in digitaler Projektion zu bewundern war, scheint man den sich anbahnenden Trend hierzulande in gewohnter Beharrlichkeit zu verschlafen.

Beispiele wird die Kinosaison 2009 mehrere parat haben, allen voran den Animationsspaß „Monsters vs. Aliens“, der in den USA gleich als „IMAX 3D Experience“ angepriesen wird – bei uns aber nicht auf die nötige flächendeckende Projektionsausstattung trifft. Gleiches gilt für „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“, ein großformatiges Breitwand-Abenteuer, das es überhaupt nur in 2D nach Europa schafft. Frei nach Jules Verne erzählt Effekt-Designer Eric Brevig (u.a. „The Day After Tomorrow“) die bekannte Geschichte als Achterbahnfahrt für die Sinne neu. Nur in das Skript wurde offenbar keine Mühe investiert.

Auf den Spuren seines verschollenen Bruders begibt sich Vulkanologe Trevor (Brendan Fraser, „Die Mumie“) mit seinem Teenager-Neffen Sean (Josh Hutcherson, „Zathura“) und Bergführerin Hannah (Anita Briehm, „The Tudors“) in die unbekannten (und erstaunlich vegetationsreichen) Tiefen des Erdkerns. In einem rastlosen Dauerlauf erwarten sie dort hungrige Saurier, mörderische Hitze und eine Fülle an Computertricks, die ohne ihre dreidimensionale Garnierung nur selten überzeugend wirken. Das trifft auch auf die Darsteller zu, die ihre klischeebeladenen Rollen mit mehr Ausdruckslosigkeit als Arbeitseifer füllen. Spaß bereitet diese betont humorige, dafür aber erschreckend belanglos erzählte Odyssee damit keinen – und verwirkt ihre Berufung auf praktisch jeder Großleinwand.

Wertung: (3,5 / 10)

 

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