Die Reise ins Labyrinth (USA 1986)

die-reise-ins-labyrinthSarah (Jennifer Connelly) ist in ihrer eigenen kleinen Welt eine Märchenkönigin. Sie verkörpert ihre Rolle vor ihren Kuscheltieren mit Bravour. Doch sie bemerkt auch, dass es Zeit wird, erwachsen zu werden. Sie ist der typische Teenager, Ärger mit ihren Eltern und Toby (Toby Frout), ihr kleiner Bruder, strapaziert ihre Nerven auch zur Genüge. Eines Abends ist Sarah mehr als gestresst und ruft den Trollkönig an, ihren Bruder mit sich ins Trollland und in sein Schloss zu nehmen. Gewünscht, gesagt und getan. Mit einem heftigen Gewitter verschwindet Toby aus ihrem elterlichen Haus. Sarah wird plötzlich schmerzlich bewußt, dass sie vielleicht einen Fehler gemacht haben könnte und fleht den Trollkönig an, ihren Wunsch rückgängig zu machen.

Jareth der Koboldkönig erscheint in ihrem Zimmer und stellt dem Mädchen ein Ultimatum: Entweder sie überwindet das Labyrinth mit all seinen Tücken und Gefahren und findet in 13 Stunden zu seinem Schloss, oder Toby wird in einen seiner belustigenden Kobolde verwandelt. Sarah geht auf das Angebot ein, schließlich bleibt ihr keine andere Wahl. So beginnt eine abenteuerliche Reise ins Zentrum des Labyrinths. Und dort ist, wie Sarah bald feststellen muss, nichts wie es scheint. Sie trifft auf gutartige Monster und Feuerköpfe, die sich einen Spaß draus machen, ihr Haupt durch die Gegend zu schleudern. Sie muß allerdings auch lernen, dass man sich nicht immer auf seine Wegbegleiter verlassen kann und schlägt mit allen erdenklichen Mitteln zurück. Trotzdem findet sich Freunde und Gefährten, die ihr bei ihrem Abenteuer beistehen.

„Die Reise ins Labyrinth“ ist wirklich ein Meisterwerk für alle kleinen und großen Zuschauer. Jim Henson („Muppets”) hat in Zusammenarbeit mit George Lucas („Star Wars”) eine zauberhafte Welt der Puppen erschaffen, die ein Spektrum von niedlich bis eklig einfasst. Hier wird gezeigt, dass es keine großartigen Computertricks erfordert, um einen guten Film zu machen. Es wird noch Wert auf die Story gelegt und wenn diese dann auch noch auf dem Buch von „Monthy Python“ Terry Jones basiert, wirkt alles nahezu perfekt. Grandios ist bei diesem Märchen auch, dass als einzige menschliche Hauptfiguren David Bowie und Jennifer Connelly auftauchen. Bowie brilliert als Koboldkönig im sexy Glamrock-Look, Leggins und Vokuhila und mehr als dezent geschminkt. Das läßt Frauenherzen höher schlagen und wenn er dann noch einen seiner Songs zum Besten gibt (mit „Underground”, „Dance Magic” oder „As the World Falls Down” hat er wahre Klassiker zum Soundtrack beigesteuert), ist man von ihm mehr als überzeugt.

Genauso aber die jugendliche Connelly, sie hat in diesem Film schon eine bestechende Ausstrahlung und offenbart wirklich schauspielerisches Können. Man bedenke, dass sie und Bowie nur mit Puppen schauspielern. Wobei Henson diesen soviel Leben eingehaucht, dass diese Situation bestimmt nicht hinderlich erschien. Auch das Schloss ist erwähnenswert, bzw. der Stil des ganzen Labyrinths, denn es erinnert sehr an den genialen Künstler Escher, der auch in seinen Bildern durch tausend Verschachtelungen und Treppen eine gigantische Wirkung erzeugte. So ist es auch in diesem Film. Aber auch eine Moral von der Geschicht’ darf natürlich nicht fehlen, um das Ganze noch pädagogisch wertvoll zu machen. Sarah muss durch Überwindung ihrer Unvernunft lernen, erwachsen zu werden und reift auf ihrer Reise durch das Labyrinth. Wahrlich ein Film für Kinder jeden Alters.

Wertung: 8 out of 10 stars (8 / 10)

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