Die purpurnen Flüsse (F 2000)

die-purpurnen-fluesseAm selben Tag werden zwei Polizisten 300 Kilometer voneinander entfernt mit mysteriösen Fällen konfrontiert. Inspektor Niemans (Jean Reno) bekommt es in Guernon, einer abgelegenen Berguniversität in den Alpen, mit einer verstümmelten Leiche zu tun, Kommissar Kerkerian (Vincent Cassel) soll in Sarzac die Schändung des Grabes eines vor Jahren bei einem Unfall ums Leben gekommenen Mädchens untersuchen. Zudem ergibt es sich, dass bei einem Einbruch in die Grundschule Sarzacs Akten und Fotos gerade dieses Mädchens verschwunden sind. So ist es nicht von langer Dauer, bis sich die Fäden der verschiedenen Ermittlungen kreuzen und die beiden eigenwilligen Polizisten gemeinsam zu Werke gehen, um das Geheimnis der purpurnen Flüsse zu lüften.

Der Film von Regisseur und Schauspieler Matthieu Kassovitz – als Regisseur aufgefallen mit „Hass“, als Schauspieler zuletzt in Jean-Pierre Jeunets „Die fabelhafte Welt der Ameli“ im Kino zu sehen – beginnt verheißungsvoll. Geschickt spinnt Kassovitz die beiden Handlungsfäden mit subtilem Schrecken und düsterer Atmosphäre. Doch dann entgleitet der Thriller dem jungen Filmemacher zusehends und driftet in unlogische Wendungen und Banalitäten ab, so etwa Vincent Cassels Steven Seagal-Knüppeleinlage, bei der er ein paar Faschos vermöbelt. Und auch das hanebüchene, völlig unglaubwürdige Finale auf den verschneiten Gipfeln der Alpen wirkt extrem konstruiert.

So verstolpert der insgesamt solide „Schnitzeljagd“-Thriller gute Ansätze und sämtliche Spannung und bleibt dadurch weit hinter den großen amerikanischen Vorbildern „Das Schweigen der Lämmer“ und „Sieben” zurück. Dass der Film dennoch sehenswert ist, dafür sorgen die guten Darsteller Jean Reno („Leon, Der Profi”) und Vincent Cassel („Dobermann”).

Wertung: 6 out of 10 stars (6 / 10)

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