Die Nacht der lebenden Loser (D 2004)

die-nacht-der-lebenden-loserNot Another Teen Movie…

Wer nach international beachteten Werken wie „Das Experiment” oder „Good Bye Lenin” glaubte, die deutsche Kinobeschaffenheit hätte sich von den komödiantischen Auswüchsen der letzten zwei Dekaden distanziert, sieht sich getäuscht. Die drögen Beziehungspossen und Hera Lindt-Adaptionen der 90er sind zotigen Teenager-Klamotten gewichen, deren Niveaubarometer kontinuierlich unter Normalnull tendiert, sprich jenseits der obligatorischen Gürtellinie domestiziert bleibt. Die formalen Wracks gestrandeter US-Vorbilder in aller Deutlichkeit ausschlachtend, werden auf diese Weise auch in hiesigen Lichtspielhäusern in umtriebiger Regelmäßigkeit „American Pie”-Plagiate aufbereitet und mit der üblichen teutonischen Verzögerung als Kinotrend etabliert. Dass im Falle von „Die Nacht der lebenden Loser” obendrein der klägliche Versuch unternommen wird, die Mechanismen pubertärer Leinwandferkeleien mit Versatzstücken des Horrorgenres zu vermengen, gestaltet eine künstlerische Erstarkung des nationalen Filmlandschaft als defizient hoffnungsloses Unterfangen..

Böses Erwachen für die Schulfreunde Philip (Tino Mewes, „Fickende Fische”), Wurst (Manuel Cortez, „Autobahnraser”) und Konrad (Thomas Schmieder, „Die Klasse von ’99”): Nach einem fehlgeschlagenen Voodoo-Ritual der gymnasialen Gruftiliga um Philips heimliche Liebe Rebecca (Collien Fernandes, „Autobahnraser”) und einem folgenschweren Autounfall kommen die unbeliebten Außenseiter im Leichenschauhaus zu postvitalem Bewusstsein. Der vorläufigen Freude übermenschlicher Kräfte weicht jedoch schon bald der unangenehme Nebeneffekt des Zombie-Daseins, nämlich das unbändige Verlangen nach der Verköstigung menschlichen Fleisches. Während Konrad die moraline Dehnbarkeit der Umstände nutzt, um mit jedem erniedrigenden Mitschüler abzurechnen, versuchen Philip und Wurst den Fluch umzukehren. Gar nicht so einfach, wenn sturmfreie Bude und partywillige Gymnasiasten eine konsequente Wiederherstellung der eigenen Lebendigkeit torpedieren.

Das Zombie-Film und Komödie durchaus gütlich fusionieren können, verdeutlicht der Brite Edgar Wright derzeit mit seiner übermütigen Untoten-Beziehungsposse „Shaun of the Dead”. An liebevolle Hommagen, geschweige denn gelungene Ideengebung ist bei „Die Nacht der lebenden Loser” indes kaum zu denken. Vielmehr offeriert „Feuer, Eis und Dosenbier”-Regisseur Mathias Dinter ein kotiges Potpourri debiler Kiffer-Witze und brach liegender Teen-Movie-Klischees. Zu selten bricht der Film mit den Stereotypen des Genres, erklimmt abseits eines intellektuellen Hooligans keinerlei Höhen, dem Korsett gängiger Versatzstücke zu entwachsen. Statt dessen werden handwarme Scherze über siechende Intimregionen und gustiöse Sportpädagogen lose mit romantischen Untertönen und dem überstilisierten Missbrauch weicher Drogen und Alkoholika gemischt.

„Die Nacht der lebenden Loser” ist, einer Handvoll gelungener Schenkelklopfer zum Trotze, einzig in peinlichen Banalitäten badendes Pennäler-Kino für anspruchsfreie Gemüter. Passabel besetzt und adäquat minderwertig verkörpert, sorgt VJane Collien Fernandes für adrette Lichtblicke, während Fernsehkomiker Henry Gründler und Sissy Perlinger ansehnliche Gastauftritte als Philips Eltern absolvieren. Jedoch täuscht dieser gespielte Witz in seiner vornehmlichen Verzichtbarkeit nicht über die Tatsache hinweg, dass politisch unkorrekte Fäkal-Festivalitäten im Fahrwasser amerikanischer Vorbilder ihre Halbwertszeit deutlich überschritten haben.

Wertung: 3.5 out of 10 stars (3,5 / 10)

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