Die Monster Universität (USA 2013)

die-monster-uniSelbst die größten Monster fangen mal klein an. Das gilt auch für die professionellen Erschrecker der „Monster AG“. Jedoch ist dies weniger auf die physischen Abmaße als vielmehr die Fähigkeit der Furchtverbreitung bezogen. Denn bekanntermaßen bezieht die Welt der grotesken Kreaturen ihre Energie aus den Schreien bei Nacht heimgesuchter Menschenkinder. „Die Monster Uni“ erzählt die Vorgeschichte des erfolgreichen Erstlings von 2001 und beleuchtet die schwierigen Freundschaftsanfänge vom kugelrunden grünen Einauge Mike Glotzkowski und dem pelzigen Hünen Sulley (im Original wiederum gesprochen von Billy Crystal und John Goodman).

Die können sich nämlich nicht ausstehen, als beide ihre Ausbildung an der berühmten Monster Universität aufnehmen. Mike versucht den Mangel an Erschrecker-Talent durch unermüdliches Theoriepauken wettzumachen, während sich der vom väterlichen Ruhm zehrende Sully gern auf die faule Haut legt. Bei der geflügelten drachenähnlichen Dekanin (mit der Stimme von Helen Mirren) kommt das gar nicht gut an. Als sie Mike von der Uni werfen will, geht der eine Wette mit ihr ein: Gewinnt er die alljährlich ausgetragenen Schreckspiele, ist der Verweis hinfällig. Andernfalls droht ihm das Ende des großen Traums vom professionellen Angstmacher.

Mit dem zwangsweise hinzustoßenden Sully und einer Außenseiter-Studentenverbindung bildet er ein scheinbar chancenloses Team. Doch mit Glück, Mannschaftsgeist und taktischem Geschick kommen die milde belächelten Underdogs Runde um Runde weiter. Das Problem beim Finale gegen die schnöselige Konkurrenz ist jedoch, dass die Erschreckerqualitäten Mikes noch immer zu wünschen übrig lassen. Für ausreichend Humor und visuellen Einfallsreichtum ist damit zweifelsfrei gesorgt. Doch kann die von Dan Scanlon (Storyboarder u.a. bei „Cars“) klassisch servierte Geschichte um Freundschaft und über sich hinauswachsende Sonderlinge den Beigeschmack des Altbekannten nur schwer entkräften.

Witzig und amüsant ist „Die Monster Uni“ zweifelsfrei, die mangelnde Originalität des allein auf bewährte Formeln fußenden Plotgerüsts zeigt aber das immer stärker erkennbare Dilemma des Animationsstudios Pixar auf. Denn wo Fortsetzungen früher verpönt waren, werden diese mit „Cars 2“ oder dem geplanten „Findet Nemo“-Sequel mittlerweile zum Standard. Die Disney-Tochter verlässt sich damit zu sehr auf konventionelle Muster und lässt zusehends die visionäre Andersartigkeit vermissen, die Oscar-prämierte Meisterwerke wie „Wall-E“ auszeichnen. Ausreichend drollig sind die wiederum erstklassig animierten Monster auch bei ihrem zweiten Leinwandauftritt. Trotz überraschendem Finale verrichten sie dabei aber weitgehend Dienst nach Vorschrift.

Wertung: (7 / 10)

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