Die Männer ihrer Majestät (D/A/HU/USA 2001)

die-maenner-ihrer-majestaetSeichte komödiale Unterhaltung, verpackt in den ernsten Hintergrund eines Krieges, entspricht für gewöhnlich einem Drahtseilakt, der meist in Kritikerschelte und dem Fernbleiben zahlender Zuschauer mündet. Bei Stefan Ruzowitzkys („Anatomie”) „Die Männer ihrer Majestät” blieb ein Verriss durch die Presse zwar weitgehend aus, ebenso aber auch der Erfolg der deutsch-amerikanisch-ungarisch-österreichischen Co-Produktion. In der werden einem ausgesuchtem Trupp Spezialagenten (u.a. Matt LeBlanc und Eddie Izzard) im wahrsten Sinne des Wortes die Hosen ausgezogen. Der Grund dafür liegt in der heißen Phase des Zweiten Weltkrieges, die in Deutschland im Zuge der großen Mobilmachung dafür sorgt, dass fast ausschließlich Frauen in der Heimat zurückbleiben.

Die beschauliche Gruppe Agenten wird also zu weiblichen Artgenossen umfunktioniert, um so unerkannt im Gebiet um Berlin operieren zu können. Ziel des heiklen Auftrages ist nichts geringeres als die Beschaffung einer Enigma-Chiffriermaschine. Der Auftakt eines wahren Himmelfahrtskommandos, aus dem ein durchaus vergnüglicher Film resultiert, der Schreckensszenarien jener dunklen Zeit weitesgehend umfährt. Dabei setzt „Die Männer ihrer Majestät” glücklicherweise nicht allzu platten Humor. Die gute Ausstattung und die sympathischen Darsteller machen Stefan Ruzowitzkys Kriegs-Komödie zu einem kurzweiligen Unterhaltungstrip, der allerdings nicht lange im Gedächtnis haften bleibt. Der Plot ist von simpler Natur, der Verlauf der turbulenten Handlung vorhersehbar.

Jedoch schleust die sichere Regie, bei der Klamauk ebenso wie Szenen feiner Melancholie ihren Platz finden, den Film sicher durch die meisten Klischees und bewahrt ihn somit leicht vor dem verzichtbaren Mittelmaß. Das gut aufgelegte, international bunt zusammengewürfelte Schauspielensemble beinhaltet neben „Friends”-Star Matt LeBlanc, Brit-Komiker Eddie Izzard („Shadow of the Vampire”) und Udo Kier („Geister”) noch Nicolette Krebitz („Long Hello and Short Goodbye”) und Oliver Korittke („Bang Boom Bang”). Die in Deutschland erschienene DVD beinhaltet als Bonus den vier Minuten längeren „Filmmaker’s Cut”, allerdings nur in englischer Sprache.

Wertung: (6 / 10)

scroll to top