Die Croods (USA 2013)

thecroodsMan bekommt den Steinzeitmenschen zwar aus der Höhle, die Höhle aber nicht aus dem Steinzeitmenschen. Oder zumindest nur sehr schwer. Aber Entwicklung ist notwendig, sonst bleibt man unweigerlich auf der (evolutionären) Strecke. Diese Moral ist simpel, doch müssen Trickfilme für die kleinen Zuschauer neben bunten Bildern auch ein gewisses Lernpotenzial bieten. Dahingehend bietet „Die Croods“, was im Sinne elterlicher Grundanforderung erwartet wird. Aber der Animationsspaß aus dem Hause Dreamworks zieht auch Erwachsene mit. Da liegt, Wegbereiter Pixar macht es mit jedem neuen Film eindrucksvoll vor, die große Herausforderung.

Jene Vorzeit-Sippe Crood bewohnt in der Ära von Mammuts und gefräßigem Riesengetier eine schützende Höhle. Für Vater Grug (im Original mit der Stimme von Nicolas Cage) ist diese das einzige, was zwischen seinen Lieben und den Klauen eines der vielen im Umland lauernden Ungetümen steht. Entsprechend lässt er die Familie, Gattin Ugga (Katherine Keener), die ungeliebte greise Schwiegermutter Gran (Cloris Leachman), das bissige Baby sowie die Teenagerkinder Eep (Emma Stone) und Thunk (Clark Duke), nur sporadisch an die frische Luft und wird auch nicht müde, in stets tödlich endenden „Gutenachtgeschichten“ auf die Gefährlichkeit von Neugier und Fortschritt zu verweisen.

Die trotzige und trotz kantigem Kopf enorm aufgeweckte Eep jedoch zieht es vehement nach draußen. Bei einem nächtlichen Streifzug begegnet sie dem verwaisten Guy (Ryan Reynolds), der über erstaunlich progressive Behelfsmittel verfügt und sogar Feuer machen kann. Er warnt sie vor einem großen Unglück und rät zur Flucht. Doch davon will Grug nichts hören. Eines Besseren belehrt wird er, als ein Erdbeben die heimische Höhle zerstört und die Familie auf der gefahrvollen Suche nach einer neuen Heimat all jene Prinzipien über Bord werfen muss, die der Vater doch so eisern propagiert hat. Dass sich Eep in den bald (widerwillig) zu ihnen stoßenden Guy verguckt, macht die Sache für den irgendwie rückständischen Ernährer und Beschützer nur umso schwieriger.

Kirk De Miccos und Chris Sanders‘ („Lilo & Stitch“) turbulentes Steinzeit-Abenteuer bietet beste Unterhaltung für Jung und Alt. Dass am Ende die gesunde Mischung aus Progression und Erfahrung die Rettung bringt, bleibt vorhersehbar, mindert aber nicht die kolossale Kurzweil. Eindrucksvoll animiert (der rot leuchtende Schwarm alles vertilgender Vögel ist tricktechnisch schlicht phänomenal) und ideenreich umgesetzt, entwickelt der Film abseits klassischer „Familie Feuerstein“-Absurditäten in der Verbindung von modernen Erzählschemata und vorzeitlichem Setting eine eigene Identität. Und mag der Anspruch im Vergleich zu den Meisterwerken Pixars („Wall-E“, „Oben“) auch nicht immens hoch sein, in Sachen fantasievollen Filmspaßes muss sich Dreamworks vor dem Genreprimus keinesfalls verstecken.

Wertung: (7,5 / 10)

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