Die Bourne Identität (USA/D/CZ 2002)

die-bourne-identitaetNeben zwei Kugeln im Körper und einer Bankverbindung an seiner Hüfte gibt es nichts, was den jungen Mann (Matt Damon), der einem Fischkutter in stürmischer See halbtot ins Netz geht, seiner Vergangenheit näher bringt. Erinnern kann er sich an nichts und niemanden. Die Bankverbindung aber führt ihn, nachdem er sich von seinen Verletzungen erholt hat, nach Zürich, wo er mit einem Schließfach samt Geld, diversen Pässen und einer Pistole in Berührung kommt. Fortan jedoch scheint jemand hinter ihm her zu sein und erst nach einer waghalsigen Flucht aus der amerikanischen Botschaft kann er seinen Verfolgern kurzfristig entkommen. In der jungen Marie Kreutz (Franka Potente) findet er eine Gehilfin, die ihn nach Paris bringen soll, denn dort hofft er endgültig Licht in seine Vergangenheit und seine Identität zu bringen. Doch seine Gegner folgen ihm auf Schritt und Tritt.

Die Story nach Robert Ludlum wurde 1988 bereits fürs US-TV mit Richard Chamberlain inszeniert und kommt nun im schicken Multi-Millionen-Dollar-Outfit daher. Wird der Film aus den für Hollywood mittlerweile typischen teuren, aber langweiligen Fließbandproduktionen herausstechen, oder genau auch in dieser Schublade landen? Nun ja, irgendwie nicht aber dann doch wieder. Schlecht ist „Die Bourne Identität” nicht, dafür gab es in letzter Zeit viel zu viel Rotz in den Kinos zu bestaunen. Trotzdem fehlt es auch ihm auch an den nötigen kleinen Dingen, die ihn zu einem Kracher machen. Matt Damon („Der talentierte Mr. Ripley”) gibt den Agenten und Killer ohne Erinnerung wider Erwarten sehr ansehnlich und kann sich in dieser Rolle sehr wohl behaupten. Vor allem im Nahkampf scheint er die ein oder andere Unterrichtsstunde genommen zu haben und beweist mehrfach eindrucksvolle Qualitäten. Dabei sticht die Kampfszene in seiner Pariser Wohnung deutlich hervor.

Deutschlands-Superstar Franka Potente („Blow”) gibt seine unfreiwillige Komplizin ebenfalls recht ansehnlich und scheinbar haben die beiden sich auch neben der Kamera recht gut verstanden, denn die Chemie stimmt einfach. Als Bösewicht vom Dienst fungiert Chris Cooper („American Beauty”), dem man die negativ behafteten Charaktere immer abnimmt. Einzig die Rolle von Julia Stiles („Save the last Dance”) wirft Fragen auf, denn für die paar Minuten Einsatzzeit hätte man auch eine weniger bekannte Mimin einsetzen können. Der übrige Cast kann sich mit gestandenen Darstellern wie Brian Cox („Troja”) oder Clive Owen („Gosford Park”) ebenfalls sehen lassen. Die Action ist nicht zahlreich, von „Swingers”-Regisseur Doug Liman aber sehr ansehnlich in Szene gesetzt. Wobei zu viel Radau dem Film wohl auch nicht geholfen, sondern eher geschadet hätte. Die Verfolgungsjagd durch Paris in der Mitte des Films ist dann wirklich sehr gelungen und dieses eigentlich mittlerweile überflüssige Element sorgt schon für den ein oder anderen Schmunzler, wenn Damon und Potente in einem Mini (!) durch die volle Pariser Innenstadt rasen. So ist „Die Bourne Identität” gute Unterhaltung, die zwar nicht unbedingt nachhaltig im Gedächnis haften bleibt, aber auch schon zum Abspann wieder vergessen ist. Das hat man schon alles weitaus schlechter gesehen.

Wertung: (6,5 / 10)

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