Desperados – Ein todsicherer Deal (MEX/E/ARG 2007)

desperados-ein-todsicherer-deal„Ein todsicherer Deal“ sollte es werden, das verrät bereits der deutsche Untertitel der mexikanischen Räuberpistole „Desperados“. Aber wie so häufig im Thriller-Genre kommt es anders. Regisseur Alejandro Lozano und Autor Tony Dalton, die mit „Matando Cabos“ 2004 internationales Aufsehen erregten, gehen es lässig an. Wo immer es möglich erscheint, eifern sie dem Geiste Tarantinos nach, überzeichnen die Figuren und streuen Gewalt. Die anfängliche Coolness aber ist bald verflogen. Statt der ursprünglichen vier folgt die Geschichte nur noch zwei Protagonisten – und läuft damit zwangsläufig in die Enge.

Irgendwas ging schief. Auf einer Bahre wird Carlos Sanchez (Dalton) abtransportiert. 12 Millionen Dollar sind futsch. Aber wohin? Ein ausladender Rückblick gibt Antwort. Der beginnt mit einem Banküberfall, bei dem Carlos mit der Ex-Geliebten Monica (Ana de la Reguera, „Nacho Libre“), dem Indio Leserio (Silverio Palacios, „Die Legende des Zorro“) und Anführer Leonardo (Jordi Mollá, „Elizabeth – Das goldene Königreich“) besagtes Vermögen erbeuten und sich nach Argentinien absetzen. In Buenos Aires soll das Geld getauscht werden. Doch dann wird es neuerlich geraubt.

Die zum Geldwechsel abkommandierten Männer eines lokalen Gangsters, genannt „Der Texaner“, werden von den maskierten Angreifern erschossen. Der Boss reagiert verstimmt, reißt Leonardo brutal aus der Handlung, behält Monica als Faustpfand und schickt Carlos samt Leserio zur Wiederbeschaffung aus. Das Tempo halten Lozano und Dalton aufrecht, nur gerät ihnen der leichtfüßige Ideenklau mehr und mehr aus der Spur. Allein der Verbleib des Geldes ist mit einer konkurrierenden Unterweltgröße, zu allem Überfluss der örtliche Polizeichef, schnell geklärt.

Konventionell vermengen sich Verfolgungsjagden zu Fuß oder mit dem Auto, werden Fäuste verteilt und Blut verspritzt. Die Macher mühen sich redlich um Originalität, wischen die interessantesten Charaktere aber viel zu früh beiseite. Die angedeutete Dreiecksbeziehung zwischen Leonardo, Monica und Carlos wird nie ausformuliert, der weibliche Hingucker scheint ohnehin nur für die hübsch garstige Schlusspointe dienlich. Der dosierte Actionanteil wird durch die wenig stimmungsvolle Wackelkamera getrübt, der finale Schusswechsel gar seiner Schauwerte beraubt. „Desperados“ unterhält fraglos, bleibt nach der beschwingten Einleitung aber schlicht hinter seinen Möglichkeiten zurück.

Wertung: (6 / 10)

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