Descendents – Hypercaffium Spazzinate (2016, Epitaph Records)

descendents-hypercaffium-spazzinate„Good things don’t come to those who wait, they only come to those who take.“ – ‘Testosterone’

Zwölf Jahre ohne neues Album sind im Punk-Rock kein Problem. Vor allem nicht, wenn die Band dahinter DESECENDENTS heißt und längst Genre-Kulturgut ist. Der Vierer um Milo Aukerman hat nach seinem Fat Wreck-Gastspiel „Cool to Be You“ eine weitere Pause eingelegt, um seinem Sänger, Doktor der Biologie, Raum für die Tätigkeit als Lehrer und Wissenschaftler zu gewähren. Doch damit ist es nun vorbei. Wie Milo unlängst bekannt gab, will er sich fortan gänzlich der Musik widmen. Mit mittlerweile 53 Jahren müssen eben Prioritäten gesetzt werden.

Als erste Amtshandlung darf „Hypercaffium Spazzinate“ verstanden werden, der siebte, wiederum über Epitaph herausgebrachte Studiolangspieler der Kalifornier. Die Platte, selbstredend produziert von Drummer Bill Stevenson und Gitarrist Stephen Egerton, bietet 16 Songs in schlanken 31 Minuten und wirkt sympathisch genug, um die Discographie der 1977 gegründeten Urgesteine ansprechend zu ergänzen. Nur ansprechend? Tatsächlich, denn auch wenn die DESCENDENTS streckenweise den Brückenschlag in die Achtziger proben (etwa bei „Human Being“) und poppige Melodien auf ein Mindestmaß zurückschrauben, ist die Hitausbeute weniger üppig als in der Vergangenheit.

Auf die gewohnte Eingängigkeit muss jedoch nicht verzichtet werden, wie „On Paper“, „Shameless Halo“, „Testosterone“, „Comeback Kid“ oder das finale „Beyond the Music“ veranschaulichen. Dass die Ironie auch diesmal nicht zu kurz kommt, zeigt das „I Like Food“ entgegengesetzte „No Fat Burger“, während die charakteristische, leicht melancholische Note bei „Without Love“ oder „Fighting Myself“ zur Geltung kommt. Die reguläre Albumversion wird in der „Deluxe Edition“ um die fünf Songs umspannende „Spazzhazard“-EP ergänzt. Die hält das Niveau grundlegend aufrecht und hat mit „Thinkin’“ einen unaufdringlichen Knaller im Gepäck. Aber egal ob mit oder ohne Ergänzung, „Hypercaffium Spazzinate“ ist eine überaus feine, wenn auch keine restlos begeisternde Platte.

Wertung: (7,5 / 10)

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