Der Zauberbogen (USA 1981)

der-zauberbogenDie Achtziger waren das Jahrzehnt der Fantasie. Nicht allein im Bezug auf peinliche Modeentgleisungen und Frisuren weit jenseits der Schmerzgrenze, sondern allen voran im Kino. Es war die Ära vom grobschlächtigen Barbaren Conan und seiner zahllosen (südeuropäischen) Epigonen, die von „Ator – Herrscher des Feuers“ bis „Die Barbaren“ trashigen Gewissens Kinderaugen zum Leuchten brachten. Niveauvoller wurde es mit „Legende“, „Labyrinth“ oder auch „Willow“. Ein früher, wenn auch fast vergessener Beitrag zum Blick in finstere Märchenlande ist „Der Zauberbogen“, aufwendiger Pilotfilm einer nie realisierten Fernsehserie.

Zwischen Zeit und Raum, in einer archaischen Welt voller Magie, werden die Ländereien von einem Bürgerkrieg verzehrt. Doch Brakus (George Kennedy, „Die letzten beißen die Hunde“), dem weisen König von Malveel, gelingt es die zerstrittenen Stämme zu einen. Schließlich gilt es mit vereinten Kräften der Dynastie des dunklen Herrschers Gar (Kabir Bedi, „Die Rückkehr des Sandokan“) zu trotzen, der mit seinem Heer kriegerischer Schlangenmenschen an der Alleinherrschaft bastelt. Bevor Brakus aber den kollektiven Widerstand organisieren kann, fällt er einem vom eigenen Neffen Sandros (Marc Alaimo, „Total Recall“) eingefädelten Attentat zum Opfer. Den Verdacht lenkt der mit Gar paktierende Thronräuber auf Prinz Toran (Lane Caudell), den Sohn des Königs.

Dem gelingt mit Hilfe seines Lehrmeisters Mak (George Innes, „Der Sternwanderer“) die Flucht. Als auch dessen Zeit gekommen ist, überreicht er Toran den magischen Bogen Elb, der, sobald mit ihm Pfeile auf die Gegnerschaft geschossen werden, wilden Farbfilter- und Zeitlupeneinsatz forciert und den Getroffenen in Funken sprühenden Explosionen den Garaus macht. Verbündete findet der Flüchtige im redegewandten Dieb Slant (Victor Campos, „Scarface“) und der jungen Magierin Estra (Belinda Bauer, „RoboCop 2“), die sich für den Tod der Mutter eigentlich an Brakus rächen wollte und Toran bei ihrer ersten Begegnung ein lachhaftes Pappmaschee-Monster auf den Hals hetzt. Gemeinsam begibt man sich auf die Suche nach dem ominösen Lazar-Sa, der, so verriet es der sterbende König, den Sohnemann zum rechtmäßigen Herrscher machen kann.

Nicholas Coreas (schrieb u.a. für „Der unglaubliche Hulk“) uriges Fantasy-Theater ist umständlich erzählt und wirkt in der Vielzahl optisch verfremdeter und sich überlappender Szenen auch visuell dezent überambitioniert. Trotzdem ist „Der Zauberbogen“, dessen Originaltitel „The Archer: Fugitive From the Empire“ die ursprünglich angedachte Breite des TV-Formats treffender vorwegnimmt, ein Fest für Genre-Fans und Mattscheiben-Nostalgiker. Mit antiquiertem Synthesizer-Score, beachtlichen Maskeneffekten und überzeugenden Wald- und Wiesen-Settings spielt der Film seine Reize sicher aus. Da der Auftakt der nie aufgegriffenen Reihe aber allein der Einleitung dient, ist das offene Ende lediglich Weichensteller nie ausformulierter Konflikte zwischen Gut und Böse. Für eine Zeitreise in Jugendtage reicht dies Fragment trotzdem ohne Wenn und Aber.

Wertung: (6,5 / 10)

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