Der Werwolf von Tarker Mills (USA 1985)

der-werwolf-von-tarker-mills„If there is any word of comfort I can give you, it´s just this, that the face of the beast always becomes known. And the time of the beast always passes.“ – Reverend Lowe

Eine Kleinstadt, ein Werwolf und ein an den Rollstuhl gefesselter Teenager sind die Zutaten von „Der Werwolf von Tarker Mills“. Schriftsteller Stephen King formte seine Kalendergeschichte dafür eigens in ein Drehbuch um, brachte jedoch kaum mehr als ein grundsolides Schauerstück zustande. Mit der Logik nehmen es dabei weder King noch Regisseur Daniel Attias allzu genau. Aber da ist ja noch Produzent Dino De Laurentiis („King Kong“), der wieder kühn jeder Realität spottende Studiokulissen in nebelverhangene Wälder verwandeln ließ.

Eingeleitet wird der Film von Jane (Megan Follows), die aus dem Off von ´Back in the Days´ 1976 erzählt, als ihr Heimatstädtchen von einer unheimlichen Mordserie überschattet wurde. Sie war damals 15, ihr behinderter Bruder Marty 11. Gespielt wird er von Corey Haim („The Lost Boys“), der sich bald zum Teenie-Star aufschwingen sollte, bevor er in den frühen Neunzigern in der Versenkung verschwand. Er ist Dreh- und Angelpunkt der Geschichte, was den Part der Schwester doch arg eingeschränkt – und seltsam überflüssig erscheinen lässt.

Das erste Opfer ist ein versoffener Gleissteller, dessen Kopf aber eben so gut von der Tram hätte abgefahren worden sein können. So geht es weiter, irgendwie vorhersehbar, dafür aber hübsch blutig. Und wie erwähnt haarsträubend unlogisch. So rollt Marty, kurz nachdem der Werwolf seinen besten Freund frikassiert hat, nachts allein in den Wald, um sich selbst ein Feuerwerk zu zündeln. Das nennt man Eskapismus. Obendrauf gibt’s die Machtlosigkeit von Sheriff Haller („Lost“-Star Terry O´Quinn), der den Pöbel betroffenen Blickes gewähren lässt, anstatt die aufgebrachten Gemüter mit autoritären Posen und vernunftorientierter Argumentation zur Räson zu bringen.

Vernunft muss dem Mob also der Wolf einbläuen, der einen von ihnen im Dunst des Studios gar mit seinem eigenen Baseballschläger vermacht. Somit wäre auch der unfreiwilligen Komik genüge getan. In Fahrt aber kommt eigentlich nur die kindliche Hauptfigur, der der rollengerecht aufgeschwemmte Gary Busey („Lethal Weapon“) als trinkfreudiger Onkel Red einen motorisierten Feuerstuhl überreicht. Den hat der Junge bald auch bitter nötig, ist dem örtlichen Priester Lowe (Everett McGill, „Twin Peaks“), der durch eine Rakete im Auge als Bestie überführt wird, doch sehr am Ableben des Zeugen gelegen. Geklärt werden die Verhältnisse in einem gehetzten Showdown, der das gesamte Für und Wider dieses passablen Horrorfilms reflektiert. Ein Kann, sicher aber kein Muss.

Wertung: (6 / 10)

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