Der stählerne Adler II (USA 1988)

der-staehlerne-adler-2Als hätte ein „Stählerner Adler“ nicht gereicht! Zwei Jahre nach seinem imperialistischen Flieger-Abenteuer legte Sidney J. Furie nach. Doug Masters (Jason Gedrick), den Teenagerhelden des Originals lässt er gleich zu Beginn von russischen Kampfjets vom Himmel holen und Pilotenkumpan Cooper (Mark Humphrey, „Air Rage“) auf Rache sinnen. Doch die tumbe Macho-Action weidet sich nicht an den Fronten des abklingenden Kalten Krieges, sondern nutzt Signale der Entspannungspolitik für eine Ansammlung platter Typenklischees.

Weil in einem unbenannten Schurkenstaat im Nahen Osten Atomwaffen scharf gemacht werden, die sowohl Russland als auch die USA erreichen könnten, verbünden sich die einstigen Systemfeinde und wollen das Problem mit vereinten Kräften ausmerzen. In Israel treffen darum chaotische US-Spezialisten, darunter natürlich Tom Cruise-Lookalike Cooper, mit steifen Sowjet-Kriegern zusammen und proben unter Leitung von Charles ´Chappy´ Sinclair (Louis Gossett Jr., „Feuerwalze“) und einem russischen Offizier (Alan Scarfe, „Lethal Weapon 3“) den Gegenschlag am Boden und in der Luft.

Natürlich müssen die grundverschiedenen Parteien ihre Differenzen erst überbrücken und zueinander finden, ehe der Schurkenstaat fachmännisch in Grund und Boden gebombt werden kann. Das scheint anfangs noch relativ ausweglos, führen sich die Amerikaner doch auf wie eine Horde wilder Affen und lassen ungezügelt Vorurteilen und strohdoofen Witzchen über den einstigen Erzfeind freien Lauf. Das hält Cooper natürlich nicht davon ab, mit Pilotin Valeri (Sharon Brandon) anzubandeln. Aber selbstverständlich ist auch jener Sowjet-Pilot (Colm Feore, „Face/Off“) mit von der Partie, der am tragischen Tode Dougs beteiligt war.

Dramaturgisch unbeholfen, um nicht zu sagen völlig behämmert, reihen sich von peinlichen Possen durchzogene Trainingssequenzen an persönliche Querelen. Die leidlich unterhaltsame Flieger-Action bringt auch wieder Befehlsverweigerung und eigeninitiativen Gegenschlag ins Spiel, wenn ein kriegstreiberischer US-General (Stuart Margolin, „Futureworld“) am liebsten – und ohne einen Gedanken an die plötzlich im Zielgebiet verortete Zivilbevölkerung zu verplempern – atomare Waffen einsetzen würde. Im Dienste platt aufgeworfener Völkerverständigung retten die gescholtenen Zwangsverbündeten mit Bomben und Raketen den Tag und bringen einen ideologisch weniger schändlichen, dafür aber schlicht unerträglich doofen Actionfilm über die Ziellinie.

Wertung: (3 / 10)

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