Der Liquidator (USA/MEX 1984)

der-liquidatorBei einem Titel wie „The Evil That Men Do“ könnte man einen philosophischen Diskurs über die im Menschen gedeihende Wurzel allen Übels erwarten. Oder natürlich einen Rache-Thriller mit Charles Bronson. Der deutsche Titel steckt das zu beackernde Terrain ausnahmsweise trefflicher ab und stellt als „Der Liquidator“ Aktionismus nach bewährter „Death Wish“-Manier in Aussicht. Regie führte, wie bei so manchem Bronson-Boliden, J. Lee Thompson („Murphy´s Gesetz“), der aber weder der angestammten Selbstjustizschiene, noch dem kritisch hinterfragenden Potenzial des Stoffes wirklich gerecht wird.

Basierend auf einem Roman von R. Lance Hill erzählt Thompson die Geschichte des Auftragsmörders Holland (Bronson). Der begibt sich, nachdem ein alter Freund in Südamerika vom gefürchteten Foltermeister Dr. Clement Moloch (Joseph Maher, „Meine Stiefmutter ist ein Alien“) ermordet wurde, in die Region, um dem Schuldigen nach- und ihn gleich kaltzustellen. Begleitet wird er bei seiner Vendetta von Rhiana (Theresa Saldana, „Wie ein wilder Stier“), der Frau des Getöteten. Vor Ort stellt Holland dem Schurken nach, sucht sich einheimische Verbündete und zerpflückt das Umfeld Mollochs mit harter Hand.

Der schnörkellose Reißer ist ein auf Hauptdarsteller Bronson zugeschnittenes Routineprodukt, das sein Heil im Gegensatz zu den fortlaufenden Hausnummern der „Death Wish“-Reihe nicht (nur) in der Aufzeigung plumper Gewaltexzesse sucht. Zwar geht es auch hier mitunter recht ruppig zu, das Hauptaugenmerk gilt aber der Sondierung des Mietmörders und nicht dessen rüden Beseitigungsmethoden. Dabei kommt zwischenzeitlich sogar Spannung auf, wenn Holland die Schlinge um Molochs Hals allmählich enger zieht, während die Gegenseite selbst nicht faul ihrerseits zum Auslöschen des unliebsamen Gegners bläst.

Kontroversen schafft Routinier Thompson nur am Rande. Wenn die an flüchtige KZ-Ärzte angelehnte Zielperson zum Auftakt vor dubiosem Regierungspersonal einen Vortrag über die Wirkungsweise bewährter Folterpraktiken sowie den Unterschied zwischen Männlein und Weiblein auf der Streckbank erörtert, werden die Möglichkeiten des Plots angerissen. Ansonsten aber ist da wenig Tiefe, geschweige denn eine ernstzunehmende politische Dimensionierung. So bleibt es bei einem solide vor sich hinköchelnden Rache-Thriller, an dessen Ende Bronson das Feld der unterdrückten „Klientel“ des Folterarztes überlässt. Dünne Geschichte und klischeehafte Figuren in einem immerhin passablen Film.

Wertung: (5 / 10)

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