Der City Hai (USA 1986)

der-city-haiKaminsky: „You’re under arrest.”
Handlanger: „For what?”
Kaminsky: „Impersonating a human being!”

Arnold Schwarzenegger hat eine Front wie ein Schaufellader. Kann es da Zufall sein, dass er in „Der City Hai“ von einem solchen aufs Korn genommen wird, als er mit einem Cabrio durch einen Steinbruch pflügt und in munterem Scheibenschießen böse Buben vom Antlitz dieser Erde fegt? Wohl kaum. Dabei ist der von John Irvin („City of Crime“) ruppig inszenierte Actioner ein ebenso grober Klotz wie sein Hauptdarsteller. Der trägt den Namen Kaminsky und begibt sich im Auftrag seines ehemaligen FBI-Vorgesetzten Harry Shannon (Darren McGavin, „Dead Heat“) auf Rachetour. Ziel ist die Mafia, die bei der Beseitigung eines unliebsamen Zeugen auch Shannons Sohn tötete.

Kaminsky hat ohnehin nichts Besseres zu tun. Seit er wegen grober Handhabung eines Kinderschänders vom Dienst suspendiert wurde, bekleidet er das Amt des Sheriffs in einer verschlafenen Kleinstadt. Sehr zum Unwill seiner Gattin, die sich mit ritualisiertem Nachmittagssuff die endlose Zeit vertreibt. Soviel provinzielles Idyll bereitet auch dem härtesten Einzelkämpfer Kummer, so dass Kaminsky, der sich fortan Brenner nennt, nicht lange fackelt, seinen Tod vortäuscht und das organisierte Verbrechen in Chicago aufmischt. Mit geöltem Haupthaar infiltriert er das Syndikat um Patrovita (Sam Wanamaker, „Schütze Benjamin“) und pflückt es mit Waffengewalt auseinander.

Irvins Thriller entspricht der alten Schule und verplempert nicht eben viel Zeit für Plot oder Charaktere. Der direkte Einstieg fährt gleich die ausschlaggebende Zeugenliquidierung auf. Gewalt ist dabei Trumpf, was die 16er-Freigabe bis heute infrage stellt. Danach geht es gemächlich zu, nicht selten langatmig. Gerade wenn Brenner mit Gangsterliebchen Monique (Kathryn Harrold, „Kopfüber in die Nacht“) anbandelt. Aber er hat keine argen Absichten, er will nur ihr Freund sein. Bei internen Streitigkeiten muss er auch ein paar Visagen verbeulen, schließlich macht er sich mit Killer Max (Robert Davi, „Stirb langsam“) einen Feind von Format.

Mit Zynismus gewürzt und nicht um sinnlose Brutalität verlegen, bahnt sich der Undercover-Agent einen Weg durch die kriminellen Schergen. Ohne Schnörkel, ohne Spannung plätschert die Geschichte vor sich hin. Arnie ist die steierische Eiche, die mit mimischem Gefrierbrand und (im Original) amüsantem Akzent den harten Mann markiert. Nach dem Steinbruch kommt das Büro des Chefs dran. Bis am Ende ein geradezu klebriges Happy End über allen Überlebenden steht. So setzt es Klischees und brauchbare Action satt. Das Hirn gehört in Watte gepackt, sonst macht der Film keinen Spaß. Zum Klassiker des Fachs hat es nie gereicht. Und das irgendwie auch völlig zu recht.

Wertung: (5 / 10)

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